Wanderung zum Château de Montferrand

Nach Tagen mit einiger Fahrerei war heute bei etwas gemäßigteren Temperaturen (24 °C) endlich die Möglichkeit eine Wanderung von einem Platz sehr in der Nähe unseres Dorfes durch die Berge der Umgebung zu einem aufgegeben Schloss (eher Burg) zu wagen. Matthias hatte erst große Zweifel, ob es nicht zu herausfordernd sein könnte, aber gemeinsam sind wir bis zum Gipfel und der Burgruine gekommen.

Blick auf das Montagne d’Hortus

Wir sind vom Tal mit mittlerer Steigung langsam einem Pass entgegen gewandert. Ohne die Wanderapp des französischen Wandervereins wären wir allerdings verloren gewesen. Die Wege waren fast gar nicht ausgeschildert, es ging oft über Geröll, wo der Weg kaum nachvollziehbar war. Aber die App hatte uns metergenau und wir konnten schauen, ob es noch der richtige Weg war.

Der Blick in Richtung unseres Zieles, dass auf der Höhe der letzten „Bergzinne“ nur noch etwas weiter weg um die Ecke lag.

Kurz vor dem Ziel bot sich plötzlich ein Blick bis zum Mittelmeer mit den vorgelagerten Étangs.

In der Bildmitte sieht man die Hochhäuser von La Grande-Motte, die wir am Sonntag besucht hatten.

Dann endlich waren wir nach 7 km und 280 Höhenmetern an unserem Ziel, der verlassenen Burgruine. Da sie nur über beschwerliche Wanderungen erreichbar ist, waren wir ziemlich allein und ungestört.

Dank des schönen Wetters konnten wir unsere Rast dort oben genießen und uns per App über die Geschichte dieser Burg informieren.

Die Zerstörung der Burg haben die Franzosen selber vorgenommen, da Ende des 18. Jahrhunderts der Adel abgeschafft wurde und sich hier kein Rückzugsort für Aufwiegler bilden sollte. Zum Abriss waren die ansässigen Dorfbewohner eingeladen, die die Steine behalten durften. Aber es fanden sich sicher aufgrund des beschwerlichen Weges nur wenige dafür und die Burg blieb in großen Teilen bis heute erhalten.

Nach 5 Stunden Wanderung und einer Dusche sind wir anschließend noch durch die Schluchten der Umgebung gefahren und haben dort das auslaufende Massif Central genossen.

Eine nur 2 Meter breite Brücke, die wohl dafür gesorgt hat, dass die Zufahrtstraße nicht bei GoogleMaps erscheint, denn nur die kleineren Autos passen durch dieses Nadelöhr des Pont de Saint-Étienne d’Issensac.

Um die Brücke vom Fluss aus zu fotografieren, haben wir uns an einem naheliegenden Parkplatz durchs Dickicht geschlagen, aber leider ohne Erfolg.

Am Fluss Hérault sind wir dann auf einen sehr kleinen Nebenarm gestoßen. Auf dem haben sich aufgrund besonderer Eigenschaften (geringe Tiefe, gute Reflexion der Wellen) zufällig merkwürdige regelmäßige Wellen gebildet. Das Foto zeigt diese Wellen noch besser als man sie mit dem Auge wahrnehmen konnte.
Nach einem anstrengenden Tag, der mit einem Kauf von hiesigem Wein in einer großen Weinhandlung mit deutschsprachiger Verkäuferin fortgesetzt wurde, vor der Tür des Repaire de Pic.

Und gleich war auch wieder unsere „Hauskatze“ zu Stelle, die ihre Streicheleinheiten einforderte und bekam. Evtl. wollte sie auch noch etwas zu Fressen haben, aber das konnte sie uns nicht mitteilen.

Matthias nennt sie immer Chatmoiselle…