Minerve und Le Somail

Von unserem neuen Quartier in Saint-Nazaire-d’Aude haben wir, wieder bei strahlendem Sonnenschein, einen Ausflug in das sehr kleine Dorf Minerve unternommen. Zum einen haben wir diesen guten Tipp von Matthias und Thorsten bekommen, zum anderen ist es auch im Reiseführer hoch gelobt.

Minerve hat heute weniger als 100 Einwohner aber mehr eine halbe Millionen Besucher jährlich und so wundert es nicht, dass Tourismus die wenigen Wege im Ort prägt.

Die letzten noch über dem Gebirge liegenden Wolken verzogen sich schnell.

Minerve liegt auf einem Felsen über mehreren Schluchten, die hier aufeinander treffen und der Wind zieht (außer im Hochsommer) von den Bergen herunter ins Tal zum Mittelmeer. Bei den schon wieder gestiegenen Temperaturen war diese natürliche Kühlung sehr angenehm.

Die Brücke über die Cesse war einer der beiden Zufahrten zum Ort, aber für Touristenautos gesperrt.

Wir mussten uns von der anderen Seite dem Dorf nähern und wurden dort von hunderten von Schwalben, die um einen Turm kreisten und ab und zu am Mauerwerk landeten, empfangen.

Dies ist ein sehr kleiner Teil der vielen Schwalben, die diesen Überrest der alten Burgruine ständig umkreisten.
Auf dem unteren Rand der Brücke waren noch einmal hunderte Schwalben und man wurde ständig von ihnen umkreist. Eine Erklärung für die vielen Schwalben konnten wir nicht finden.

Minerve gehört auch zu den ausgezeichneten Dörfern: Plus beaux villages de France

Sehr ruhig, beschaulich und als wir im Ort waren auch gar nicht touristisch überlaufen.

Aber tatsächlich war es ein gefährliches Pflaster, da wir auf eine hochgiftige, sehr große Schlange trafen:

Ok, wir hatten keine Ahnung, welche Schlangenart dies war und sie war auch nur ca. 20 cm lang und wirklich nicht bedrohlich, kroch aber eine Zeit lang mit uns gemeinsam an der Mauer entlang. Dank Internet weiß ich nun, dass es eine Schlingnatter war. (@Thorsten: sehr gefährlich und tötet mehrere Menschen in Millisekunden 😉 )

Wie so viele schöne Dörfer in Frankreich, war selbst dieser von Hitze und Trockenheit geprägte Ort wunderschön bepflanzt und es hat großen Spaß gemacht die einzelnen (fünf) Straßen und Ruinen zu erkunden.

Auf der alten Stadtmauer

Auf dem Rückweg haben wir in unserem Nachbarort La Somail am Canal du Midi noch einen Zwischenstopp für einen Kaffee eingelegt. Der Ort ist rund um die alte Kanalbrücke entstanden und hat einen sehr kleinen aber sehr schönen touristischen Kern mit 6 Häusern und einer Brücke.

Die Brücke wurde 1683 gemeinsam mit dem Canal du Midi gebaut.

Der Kanal verbindet die Stadt Sète und damit das Mittelmeer mit Toulouse, wo ein anderer Kanal zum Atlantik führt. Mittlerweile wird er kaum noch für den Frachttransport genutzt, sondern ist ein sehr beliebter Schifffahrtsweg für Touristen.

Bei einem guten Kaffee die Schiffe auf dem Canal du Midi zu beobachten entspannt schon sehr.

In La Somail haben wir dann auch ein wenig zufällig und dank sozialer Medien unsere Berliner Freunde Matthias und Thomas getroffen (wir waren für den nächsten Tag verabredet und somit in der gleichen Region). So konnten wir gemeinsam den Abend auf der Terrasse unserer Unterkunft im Gite Madeleine bei (wie immer) Käse, Baguette und Wein verbringen.

Ein Gedanke zu „Minerve und Le Somail

  1. Lieber Rolf,
    wer Schlingnattern mit Kreuzottern verwechselt, könnte natürlich auf die Idee kommen, das seien hochgiftige Tiere. Aber nix da! Und schon gar keine Gefährlichkeit im Vergleich zu afrikanischen Wildhunden… Mancher meiner Kommentare ist giftiger … Bussi
    Thorsten

Kommentare sind geschlossen.