Carcassonne

Einen Grund dafür, dass wir unser zweites Domizil im Département de l’Aude ausgewählt haben, war unter Anderem die gute Lage für einen Besuch in Carcassonne.

Die doppelte Stadtmauer mit ihren vielen Türmen rund um die Altstadt ist das ganz besondere Wahrzeichen von Carcassonne.

Heute sind wir dann gemeinsam mit Matthias und Thomas in Richtung Westen aufgebrochen, um am Rande der nahegelegenen Pyrenäen einen Tag zwischen und auf den Mauern Carcassonnes zu verbringen. Die Stadt selber wurde schon von den Römern gegründet, den heute noch typischen Anblick hat die Stadt dann über Jahrtausende erworben. Wenige römische Mauerreste bilden noch heute den Sockel einiger Turm- und Mauerteile.

Der Zugang zum Schloss innerhalb der Cité de Carcassonne.

Die heute noch erhaltenen, teils rekonstruierten Mauern und Türme stammen im Wesentlichen aus der Zeit der Völkerwanderung der Westgoten bis zum äußeren Mauerring aus dem 13. Jahrhundert.

Der heutige Anblick der Stadtmauern resultiert aus den fortlaufenden Restaurierungsarbeiten der Mauern und Türme, die seit Mitte des 19. Jhds. unter Viollet-le-Duc begannen.

In der Stadt herrscht dichtes, touristisches Treiben, überall Läden, Restaurants und sehr viel Ritternippes und im Hintergrund fast überall ein Teil der gewaltigen Wehranlage.

Hohe und oft alte Häuser in der engen und nur 14 ha großen Altstadt.

Auf unserem Stadtbummel war so immer wieder die Mauer das Hauptfotomotiv, wobei ich mit meiner Nikon gegen drei Handyknippser antrat.

Ich bin ein echtes Fossil der Fotografie mit meiner Spiegelreflexkamera. Ob die Fotos dadurch besser sind? Aber das Gewicht der Kamera liefert mir so etwas wie ein Sportprogramm.

Der Besuch des château comtal aus dem 12. Jhd. war Ausgangspunkt unserer Mauerrundtour. Die touristische Aufarbeitung und die gute Audioführung haben uns zwei Stunden lang einen guten Einblick in die Geschichte der Stadt und der Region gegeben und vor allem….. sehr, sehr viele Fotomotive mit Stadtmauer. Und wir konnten erfahren, dass die Mauer nur sehr selten getestet wurde und dabei noch nicht einmal sehr hilfreich war, da die belagerte Stadt sich bereits nach 15 Tagen ergeben hat.

Stadtmauer in östlicher Richtung am Eingang zur Aude.
Türme an der Seite des Haupteingangs Richtung Osten mit dem deutlich zu erkennenden Streifen zwischen der großen alten und der tiefergelegenen neueren Stadtmauer.
Mauer in Richtung Süden mit Theater und der Église Saint-Nazaire.

Der Blick von der Mauer in die Umgebung war wunderschön, besonders weil wir gute Sicht bis in die Pyrenäen und auf die vielen Weinberge hatten. Aber auch, weil in der die Mauer umgebenden neueren Stadt Carcassonne einige schöne Motive zu entdecken waren.

Ein alter Friedhof von Carcassonne direkt neben der Stadtmauer.

Der Blick in die Stadt hinein bot ebenfalls schöne Fotomotive. Allerdings ist die Altstadt mehr Shoppingmeile, Hotelkulisse oder Museum, denn angeblich wohnen nur noch weniger als 250 Personen ständig zwischen den Mauern.

Ein lauschiger Garten neben dem Haupteingang, von dem man nicht weiß, ob er nur Touristendeko ist oder wirklich noch von Einwohnern genutzt wird.

Tatsächlich überraschend war für uns, dass das von Klaus-Jürgen Wrede entwickelte Brettspiel „Carcassonne“ aus dem Jahr 2000, welches 2001 Spiel des Jahres wurde und den Deutschen Spielepreis gewann, starken Einfluss auf die Tourismusindustrie hat. Überall gab es das Spiel samt sämtlicher Erweiterungen zu kaufen, aber auch Andenken in der typischen Meeple-Form (Aussehen der Spielfiguren) waren an jeder Ecke zu finden. Hier ist das Brettspiel definitiv Teil der Kultur geworden.

Ich als Bauer (im Spiel immer auf einer Wiese liegend), der für die angrenzende, abgeschlossene Stadt zwei Punkte bringt und im Vordergrund ein Weg mit Abzweigung ohne Meeple. @Thorsten: die Punkte gehen an dich, ich bin schließlich ziemlich grün gekleidet.

Zum Abschluss noch ein letzter Blick auf die Festungsanlagen und das Schloss die natürlich auf der UNESCO Weltkulturerbe Liste stehen, dann ging es nach La Somail in ein wunderbares Restaurant zu einem langen und perfekten Abendessen am Canal du Midi unter freiem Himmel bei perfekten Temperaturen.

Zum Ende der Rundtour auf der Stadtmauer noch ein Ausblick auf Mauern, Türme und das Schloss.