Einen Grund dafür, dass wir unser zweites Domizil im Département de l’Aude ausgewählt haben, war unter Anderem die gute Lage für einen Besuch in Carcassonne.

Heute sind wir dann gemeinsam mit Matthias und Thomas in Richtung Westen aufgebrochen, um am Rande der nahegelegenen Pyrenäen einen Tag zwischen und auf den Mauern Carcassonnes zu verbringen. Die Stadt selber wurde schon von den Römern gegründet, den heute noch typischen Anblick hat die Stadt dann über Jahrtausende erworben. Wenige römische Mauerreste bilden noch heute den Sockel einiger Turm- und Mauerteile.

Die heute noch erhaltenen, teils rekonstruierten Mauern und Türme stammen im Wesentlichen aus der Zeit der Völkerwanderung der Westgoten bis zum äußeren Mauerring aus dem 13. Jahrhundert.

In der Stadt herrscht dichtes, touristisches Treiben, überall Läden, Restaurants und sehr viel Ritternippes und im Hintergrund fast überall ein Teil der gewaltigen Wehranlage.
Auf unserem Stadtbummel war so immer wieder die Mauer das Hauptfotomotiv, wobei ich mit meiner Nikon gegen drei Handyknippser antrat.

Der Besuch des château comtal aus dem 12. Jhd. war Ausgangspunkt unserer Mauerrundtour. Die touristische Aufarbeitung und die gute Audioführung haben uns zwei Stunden lang einen guten Einblick in die Geschichte der Stadt und der Region gegeben und vor allem….. sehr, sehr viele Fotomotive mit Stadtmauer. Und wir konnten erfahren, dass die Mauer nur sehr selten getestet wurde und dabei noch nicht einmal sehr hilfreich war, da die belagerte Stadt sich bereits nach 15 Tagen ergeben hat.



Der Blick von der Mauer in die Umgebung war wunderschön, besonders weil wir gute Sicht bis in die Pyrenäen und auf die vielen Weinberge hatten. Aber auch, weil in der die Mauer umgebenden neueren Stadt Carcassonne einige schöne Motive zu entdecken waren.

Der Blick in die Stadt hinein bot ebenfalls schöne Fotomotive. Allerdings ist die Altstadt mehr Shoppingmeile, Hotelkulisse oder Museum, denn angeblich wohnen nur noch weniger als 250 Personen ständig zwischen den Mauern.

Tatsächlich überraschend war für uns, dass das von Klaus-Jürgen Wrede entwickelte Brettspiel „Carcassonne“ aus dem Jahr 2000, welches 2001 Spiel des Jahres wurde und den Deutschen Spielepreis gewann, starken Einfluss auf die Tourismusindustrie hat. Überall gab es das Spiel samt sämtlicher Erweiterungen zu kaufen, aber auch Andenken in der typischen Meeple-Form (Aussehen der Spielfiguren) waren an jeder Ecke zu finden. Hier ist das Brettspiel definitiv Teil der Kultur geworden.

Zum Abschluss noch ein letzter Blick auf die Festungsanlagen und das Schloss die natürlich auf der UNESCO Weltkulturerbe Liste stehen, dann ging es nach La Somail in ein wunderbares Restaurant zu einem langen und perfekten Abendessen am Canal du Midi unter freiem Himmel bei perfekten Temperaturen.













