Nach der Abfahrt unserer Berliner Freunde gestern Nacht haben wir uns heute wieder zu zweit auf den Weg gemacht. Es ging in die schon seit dem 8. Jhd. v. Ch. besiedelte Stadt Béziers, die in römischen Schriften aus dem Jahr 400 v. Ch. als Besara erwähnt wird.
Das heutige touristische Highlight: die Schleusenanlage 9 Écluses de Fonseranes, die einen Höhenunterschied von 25 m für den Canal du Midi überwindet. Die Anlage aus dem 17. Jahrhundert beeindruckt durch insgesamt 7 direkt hintereinanderliegende Schleusenkammern (die 8. Kammer wurde wegen Umbaumaßnahmen im Laufe der Zeit nicht mehr benötigt).

Die gesamte Anlage ist touristisch sehr gut erschlossen und wird heute meist von Ferienschiffern und Ausflugsboten genutzt. Für die Frachtschifffahrt hat man 1983 eine moderne Konstruktion daneben gebaut (eine Art Schrägseilaufzug). Diese Konstruktion hat aber immer wieder aufgrund von technischer Probleme geschlossen werden müssen und ist 1999 außer Dienst gestellt worden, während die bald 350 Jahre alte Schleusentreppe durchgehend betrieben wurde.

Dann haben wir uns in die Altstadt von Béziers begeben und sind dazu über die schöne alte Brücke Pont Vieux über den Orb gewandert.


Dank ganz modern angelegter Besucherwege und Treppen- und Fahrstuhlanlagen mussten wir bei steigenden Temperaturen (32 °C Höchsttemperatur heute) nicht den beschwerlichen Weg in der prallen Sonne wählen.

Die Kathedrale Saint-Nazaire von Béziers ist ein Bauwerk aus vielen Jahrhunderten. Ihr heutiges Fundament liegt auf der alten Kathedrale, die im Jahre 1208 mitsamt der dort versammelten Einwohner Béziers abgebrannt wurde. Die katholische Kirche versuchte sich auf diese Weise der Katharer zu entledigen und man geht davon aus, dass dort 2000 Menschen einen qualvollen Tod fanden.

Im nicht vollendeten und etwas holzschnittartig wirkenden Kreuzgang gab es eine schöne Ausstellung des in der Nähe lebenden Künstlers Nabero.

Danach haben wir uns durch die Altstadt auf den Weg gemacht: schlendern, Kaffee trinken, fotografieren, …

Die Stadt war in den touristischen Bereichen sehr sauber, aufgeräumt und hat uns damit tatsächlich stark beeindruckt. Außerdem gab es viele Plätze und Straßen, die zum Verweilen eingeladen haben.

Nachdem wir dann aber einen Weg jenseits des Touristenplans genommen haben, sind wir im arabischen Viertel der Altstadt gelandet. Hier blätterten dann doch die Fassaden und der Charakter der Stadt veränderte sich stark.

Die Menschen hier leben hinter teilweise wunderbaren Fassaden und Verzierungen, aber die Armut hier war nicht zu übersehen.

Dann ging es zum Auto zurück über die sich nun fantastisch im Orb spiegelnde Brücke und an den Strand. In Valras-Plage haben wir den Nachmittag im Sand und Mittelmeer ausklingen lassen.












