Mit unserm Besuch in Narbonne, der ehemaligen Hauptstadt des Département wollten wir neben einiger Sehenswürdigkeiten besonders den wöchentlichen Markt und die kleinen Shops in der Markthalle erkunden. Und besonders die große Markthalle mit ihren beeindruckenden Auslagen hat unsere Erwartungen übertroffen.

Der vor der Halle abgehaltene Wochenmarkt mit Nahrungsmitteln war ebenfalls beeindruckend für eine Stadt dieser Größe, der Markt mit Kleidung und Nippes war dagegen eher ramschig. Deshalb sind wir gleich weiter in die historische Innenstadt gezogen.

Narbonne ist eine Stadt, die schon in der Zeit der Kelten eine zentrale Bedeutung hatte und mehrere Blütephasen erlebt hat. So war sie Sitz einer Regionalregierung unter den Römern und stellte im Mittelalter mehrere Päpste.

Der geplante Einkaufsbummel mit Souvenirkauf lief leider nicht wie geplant, viele Geschäfte hatten aufgegeben und es gab oft traurigen Leerstand. So haben wir dann lieber die Kathedrale besucht – auch die mit einer sehr wechselvollen Geschichte:

Der Bau wurde dann aber aus Geld- und Platzmangel gestoppt. Zum einen hätte die angrenzende Stadtmauer abgerissen werden müssen, was der Stadtrat unterband, zum anderen fehlten durch Pest und Kriege die finanziellen Mittel (schon immer scheiterten Großprojekte, kein Phänomen der Jetztzeit!).

Angeregt durch Reiseführer und gewecktes Interesse an der Stadtgeschichte fuhren wir dann etwas stadtauswärts in das von Norman Foster geplante Museum Narbo Via, dass vor 4. Der Jahren eröffnet wurde. Der Bau überzeugt durch seinen schlichten und geraden Stil und die Dauerausstellung hat uns sehr gefallen.

Die Steine sind Relikte, die über die Jahrhunderte beim Bau der Stadtmauer von Narbonne benutzt wurden. Da in der Umgebung von Narbonne wenig geeignete Steine für den Mauerbau zur Verfügung standen, haben die Einwohner immer wieder Stelen, Mauerwerke von römischen Häusern und ähnliche Dinge als Baumaterial genutzt. Als die Mauer im 17./18. Jhd. abgerissen wurde, legte man diese Steine nach und nach auf einen sehr großen Haufen in einer Kirche ab. Im 20. Jahrhundert wurden sie dann katalogisiert und sortiert und nun endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Interessant für uns auch, dass viele mit einer digitalen 3D-Kopie und historischen Einordnung zugänglich sind.

Auch die anderen Teile des Museums haben unser Interesse für das römische Narbo Martius wecken können: wirklich viel aktuelle und gute Museumspädagogik.

Dann ging es weiter nach Gruissan zur kleinen Stadt am Mittelmeer rund um den Barbarossaturm mit den vorgelagerten Salinen.

Um noch einige Andenken zu erwerben und Fotos zu machen, haben wir dann die Salinen von Gruissan besucht – eigentlich war es zu warm und sonnig für diesen kleinen Ausflug.

Aufgrund der Wärme und des sehr nahen Strandes sind wir dann zum Gruissan-Plage gefahren und haben den Nachmittag im und am Mittelmeer verbracht.












