3S: Stadt – Salz – Strand

Mit unserm Besuch in Narbonne, der ehemaligen Hauptstadt des Département wollten wir neben einiger Sehenswürdigkeiten besonders den wöchentlichen Markt und die kleinen Shops in der Markthalle erkunden. Und besonders die große Markthalle mit ihren beeindruckenden Auslagen hat unsere Erwartungen übertroffen.

Von allen Waren und Lebensmitteln gab es ein sehr reichhaltiges Angebot an vielen verschiedenen Ständen.

Der vor der Halle abgehaltene Wochenmarkt mit Nahrungsmitteln war ebenfalls beeindruckend für eine Stadt dieser Größe, der Markt mit Kleidung und Nippes war dagegen eher ramschig. Deshalb sind wir gleich weiter in die historische Innenstadt gezogen.

Das Hôtel de Ville ist wie alles Alte hier ein Stilmix der Epochen und innen stark verwinkelt und unübersichtlich.

Narbonne ist eine Stadt, die schon in der Zeit der Kelten eine zentrale Bedeutung hatte und mehrere Blütephasen erlebt hat. So war sie Sitz einer Regionalregierung unter den Römern und stellte im Mittelalter mehrere Päpste.

Der zentrale Platz mit einer Ausgrabungsstätte einer großen römischen Straße von Narbo Martius. Im Hintergrund die für die Altstadt typischen schmalen, hohen Häuser.

Der geplante Einkaufsbummel mit Souvenirkauf lief leider nicht wie geplant, viele Geschäfte hatten aufgegeben und es gab oft traurigen Leerstand. So haben wir dann lieber die Kathedrale besucht – auch die mit einer sehr wechselvollen Geschichte:

Die im 13. Jhd. geplante und im ersten Teilabschnitt noch unter einem Papst der Stadt schnell errichtete Kathedrale steht auf Grundmauern einer der ersten Kirchenbauten der Region um 313 errichtet, 100 Jahre später abgebrannt und schon 445 von einer neuen Basilika ersetzt.

Der Bau wurde dann aber aus Geld- und Platzmangel gestoppt. Zum einen hätte die angrenzende Stadtmauer abgerissen werden müssen, was der Stadtrat unterband, zum anderen fehlten durch Pest und Kriege die finanziellen Mittel (schon immer scheiterten Großprojekte, kein Phänomen der Jetztzeit!).

Im weiteren Verlauf der Jahrhunderte scheiterten drei Anläufe die Kathedrale zu vollenden. So stehen nun dort, wo das Kirchenschiff verlängert werden sollte, diverse Säulen, Mauern und Fenster in unterschiedlichen Baustilen und Ausführungen ohne die Kathedrale wirklich abzuschließen oder mit einem Dach versehen zu sein: zumindest ein ungewöhnliches Fotomotiv.

Angeregt durch Reiseführer und gewecktes Interesse an der Stadtgeschichte fuhren wir dann etwas stadtauswärts in das von Norman Foster geplante Museum Narbo Via, dass vor 4. Der Jahren eröffnet wurde. Der Bau überzeugt durch seinen schlichten und geraden Stil und die Dauerausstellung hat uns sehr gefallen.

Der erste Saal wird von dieser übergroßen Steinwand dominiert, ohne den Hintergrund dieser Steine zu kennen, wirkt sie monumental aber ohne Zusammenhang.

Die Steine sind Relikte, die über die Jahrhunderte beim Bau der Stadtmauer von Narbonne benutzt wurden. Da in der Umgebung von Narbonne wenig geeignete Steine für den Mauerbau zur Verfügung standen, haben die Einwohner immer wieder Stelen, Mauerwerke von römischen Häusern und ähnliche Dinge als Baumaterial genutzt. Als die Mauer im 17./18. Jhd. abgerissen wurde, legte man diese Steine nach und nach auf einen sehr großen Haufen in einer Kirche ab. Im 20. Jahrhundert wurden sie dann katalogisiert und sortiert und nun endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Interessant für uns auch, dass viele mit einer digitalen 3D-Kopie und historischen Einordnung zugänglich sind.

Ein beeindruckendes Projekt: Mur lapidaire

Auch die anderen Teile des Museums haben unser Interesse für das römische Narbo Martius wecken können: wirklich viel aktuelle und gute Museumspädagogik.

Alle Objekte sind aus der Stadt Narbonne und wurden großzügig präsentiert.

Dann ging es weiter nach Gruissan zur kleinen Stadt am Mittelmeer rund um den Barbarossaturm mit den vorgelagerten Salinen.

Blick von der Burgruine auf die Stadt, einen der Jachthäfen, Salinen und das Mittelmeer.

Um noch einige Andenken zu erwerben und Fotos zu machen, haben wir dann die Salinen von Gruissan besucht – eigentlich war es zu warm und sonnig für diesen kleinen Ausflug.

Wie durch Zufall liegt das Boot hier vor den Salinen.

Aufgrund der Wärme und des sehr nahen Strandes sind wir dann zum Gruissan-Plage gefahren und haben den Nachmittag im und am Mittelmeer verbracht.

Viel Platz an einem sehr langen und sehr breiten Sandstrand.