Auf dem Weg von Mendoza nach Malargüe haben wir einen größeren Umweg durch den Cañón Atuel genommen. Obwohl Google Maps und mehrere Internetseiten die Durchfahrt durch den Canyon für gesperrt wegen Bauarbeiten erklärt haben, haben wir uns auf den 250 km langen Umweg begeben, da „die KI“ erklärt hat, dass seit Anfang November wieder alle Straßen frei sein sollten.
Auf dem Weg südlich von Mendoza auf der ruta 40 haben wir zum ersten Mal (jenseits von Buenos Aires) Regionen fast ohne jeden Tourismus (zumindest den aus Europa/USA) befahren. Schon wenige Kilometer nach Medoza waren wir in einer anderen Welt.

Die Dörfer wurden sehr, sehr ärmlich und wir waren unglaublich schnell aus unserer Comfort-Zone herauskatapultiert. Die Verhältnis hatten nichts mehr mit unseren bisherigen Vorstellungen von Argentinien zu tun, aber wir mussten ja nur an den kleinen, verfallenen Bauten vorbeifahren und uns nicht wirklich mit den Umständen auseinander setzen.

Aber im Gegensatz zu den wenigen, aber oft sehr traurig wirkenden, kleinen Ortschaften waren am Eingang zum Canyon viele Hotels, Adventure Agenturen und Campingmöglichkeiten angesiedelt, die darauf rückschließen lassen, dass der Canyon in der Gegend ein echter Touristenhotspot für Einheimische ist.

Wir hatten einen wunderbaren Blick und obwohl Regen vorhergesagt war, blieb der wolkenreiche Himmel gnädig und riss sogar für einige Zeit auf.


Vom Stausee aus ging es dann über eine teils gefährliche Schotterpiste weiter den Flusslauf entlang. Immer wieder haben wir einen Foto-Stopp angehalten. Es war eine unglaubliche Tour entlang der Steilhänge und direkt neben dem Flussbett.

Der Canyon erinnerte uns sehr an die Canyons im Westen der USA, nur dass wir dort nie auf ungesicherten Schotterpisten entlang der Steilwände gefahren sind. Mit sehr langsamen Tempo und gehörigem Respekt haben wir die knapp 100 km durch das Tal bewältigt.

Die Felsen hatten tolle Muster, Formen und Farben. Leider ist davon aufgrund der fehlenden 3. Dimension nur wenig auf Fotos zu erkennen.

Nach gut zwei Stunden Fahrt durch den Canyon ginge es dann sehr konträr zur Serpentinenfahrt fast ausschließlich geradeaus in den Ort Malargüe, wo wir nun 3 Nächte verbringen werden. Die Strecke war tatsächlich unglaublich einsam…. 180 km mit nur einem kleinen Ort, kaum Kurven und immer mit den Anden westlich von uns.

Am Ende sind wir auf der berühmten ruta cuarenta, die wir schon vor 11 Jahren im südlichen Patagonien eine ganze Zeit gefahren sind, in Malargüe an – aber zu diesem Ort übermorgen mehr.








