Nach dem gestrigen Tag, wollten wir es heute etwas lockerer angehen lassen. So sind wir nach reichhaltigem Frühstück in Richtung Las Leñas, einem modernen Skiort aufgebrochen. Uns sollte ein Tal erwarten, dass an die Schweizer Alpen erinnern sollte und am Ende des Tales ein Skigebiet, dass zu den modernsten in Argentinien zählt.

Je weiter wir in das Tal hinein fuhren, desto schöner wurde es und um so sicherer waren wir, die richtige Auswahl für einen kleinen Ausflug gemacht zu haben.

Und weiter ging es in Richtung Las Leñas…

Auf halbem Weg im Tal kamen wir an die Pozos de las Ámines (Brunnen der Seelen), zwei tiefe, kreisförmige Senken, die wahrscheinlich durch ein plötzliches Absacken des Bodens aufgrund von Unterspülungen entstanden sind. Von der Straße nicht zu sehen, sind die beiden Senken mit einem Durchmesser von jeweils 200 Metern und einer Tiefe von ca. 80 Metern sehr beeindruckend.

Weiter ging es Richtung Las Leñas, im höher hinaus in das schöne Tal. Im Skiort angekommen, mussten wir feststellen, dass dort leider gar kein Leben war (stimmt nicht ganz, aber die Hotels schienen geschlossen, kein Restaurant hatte auf und nur ein Drugstore mit kleiner Gaststätte hätte 10 min nach unserer Ankunft geöffnet.
So entschlossen wir uns, die Straße im Tal weiter bergaufzufahren, auch wenn sie sich kurz nach dem Skiort in eine schlechte Schotterpiste wandelte.

Die Schotterpiste wurde dabei zunehmend steiler, enger und schlechter. Dafür wurden die Ausblicke immer grandioser und wir immer euphorischer, was unseren Ausflug anging.

Auf der gesamten Strecke kam uns nur ein kleinerer LKW entgegen und ein größerer Geländewagen überholte uns (und das über insgesamt 4 Stunden Hin- und Rückweg). Schließlich wurde der Untergrund immer lockerer, die Hänge wurden steiler, aber dafür die Gebirgsbäche zum Durchfahren etwas kleiner und flacher. Ich habe die gesamte Zeit gehofft, dass bloß kein Gegenverkehr kommen möge.
Schließlich kamen wir an einen Punkt, wo uns die Weiterfahrt zu gefährlich erschien, aber wir Platz genug zum Wenden hatten. Wir beschlossen erst einmal eine Pause einzulegen, ein paar Kekse zu essen und mit Wasser zu erfrischen.

Auf der Offline-Karte von Google Maps sahen wir dann einige Kilometer entfernt einen Aussichtspunkt, der uns lohnend erschien. Und bei der Abwägung der Gefahren gegen den möglichen Ausblick entschieden wir uns für das Risiko und das Abenteuer – dafür sind wir ja hier. Wären wir abgerutscht oder liegen geblieben, es wäre ziemlich schlecht geworden.
ABER ES HAT SICH GELOHNT!

Der „Laden“ wurde von zwei Chicos (ca. Mitte 30) betrieben, wobei einer das Dach anstrich und der andere gelangweilt an einem Tisch saß. Als wir ausstiegen und nach Kaffee fragten, wurde sofort der Laden geöffnet, Musik angemacht und wir wurden mit einem unbezahlbaren Blick und einem Kaffee im Teebeutel belohnt.

Wir waren nach der wilden Fahrt und dem völlig unerwarteten Service total euphorisiert. Der Wind, die Sonne, der Ausblick und dazu das Ambiente des argentinischen Foodtrucks – wir konnten unser Glück kaum fassen!

Den Weg hinunter ins Valle Hermoso haben wir uns nicht mehr getraut. Am linken Bildrand kann man einen kleinen Ausschnitt der ganzen Serpentinen sehen, die sicher spannend gewesen wären, aber auch noch einmal 30 Minuten in Anspruch genommen hätten. Die Rückfahrt dauerte so schon eine ganze Weile, auch weil über den Tag die Gebirgsbäche etwas angeschwollen waren und wir noch einmal mehr bei deren Querung aufpassen mussten. (Hier ein Link zu einem kleinen Hyperlapse der Bergabfahrt)

Zum Abschluss des Tages sind wir noch zu den Castillos de Pincheira gefahren, um dort bei langsam tiefer stehender Sonne die beeindruckenden Felsformationen gleich hinter Malargüe zu betrachten.

Wir hatten zwei fantastische Tage rund um den eher nichtssagenden Ort Malargüe. Matthias hatte schon Tage lang sorge, dass wir in dem schlichten Straßenort kaum die Zeit herum bekommen würden – schlussendlich ist es ganz anders gekommen: wir verlassen morgen Malargüe tief beeindruckt auf der Ruta 40 in Richtung Süden.
Und ganz zum Schluss möchten Matthias und ich nicht vergessen, meiner lieben Tante im fernen Bexhövede zum Geburtstag zu gratulieren: Alles Gute, Gesundheit und hoffentlich sehen wir uns in 2026 wieder!!!












Guten Morgen ihr lieben Schätze aus dem sonnigen Saarland, wo heute Nacht Polarlichter zu sehen waren ( nicht von mir) und der Tag sehr warm zu werden verspricht, aber in der kommenden Woche wird es schon schneien, die Wetterkapriolen sind für uns alte Frauen auch nicht das Wahre! Eure wunderbaren Aufnahmen und begeisternden Reiseberichte nehmen mich mit aus dem beschaulichen dörflichen Alltag einer Rentnerin in die weite Welt, vielen Dank dafür und passt gut auf euch auf.
Eure Landfrau (aka Haserl)
Liebe Astrid,
Schön, dass du uns ein wenig begleitest. Die eisige Kälte wird uns hier auf der Südhalbkugel auch noch begegnen. Sei gespannt. Momentan haben wir hier keinen Strom und kein Wasser. Aber das gehört hier auch mal dazu.
Liebe Grüße aus zurzeit Argentinien.