Ruta 40

Der heutige Tag war ganz darauf ausgelegt, von Malargüe nach Varvarco im Tal des Rio Neuquén zu gelangen. Dafür ging es knapp 440 km über die Ruta 40 (ruta cuarenta), die legendäre Straße, die in Argentinien vom Norden, der Grenze zu Bolivien (dort waren wir 2019 auf bolivianischer Seite), bis zum südlichsten Punkt am Cabo Virgenes (dort werden wir kurz vor Weihnachten sein) verläuft. Sowohl Motoradfahrer als auch Radfahrer sind auf dieser Straße unterwegs, um das große Abenteuern der insgesamt 5301 km zu erleben.

Nach einigen Kilometern Schotterpiste und Ruckelei kamen wir zum Fluss Rio Grande, der hier durch ein riesiges Lavafeld fließt und sich tosend durch eine schmale Schlucht gegraben hat.

An der Stelle der Brücke gab es auch einige Santuarios, die von den Einheimischen zur Verehrung von Madonnenfiguren oder zur Ehrung der Verstorbenen eingerichtet werden. Neben den Marienfiguren samt Jesuskind finden sich aber auch viele andere Dinge in den kleinen Schreinen. Und immer wieder liegen daneben mit Wasser gefüllte Plastikflaschen, damit das Jesuskind nicht durstig bleiben muss.

Dann ging es auf der immer schlechter werdenden Straße weiter in Richtung Süden entlang der Andenausläufer. (Wer Lust auf eine kleine Zusammenfassung der Fahrt hat, hier ein Link zu einem Video, dass Matthias aufgenommen hat.) Nachdem wir heftigst durchgeschüttelt waren, kamen wir endlich in Chos Malal an, um zu tanken und etwas zu entspannen. Tatsächlich mussten wir erstmals in Südamerika für die Tankfüllung ca. 30 Minuten in einer Schlange anstehen. Dafür wird man hier immer mit gutem Service bedient; Selbstbedienung gibt es hier nicht!

Wir erwarteten nach 300 km totaler Einöde und hier absoluter Abgeschiedenheit ein evtl. heruntergekommenes Städtchen und keinerlei „intakte Welt“, aber das Gegenteil war der Fall: viele Häuser waren mit Vorgärten umgeben, die kleinen Straßen gut befahrbar und sogar viele Lädchen, wo auch wir noch z.B. Kleidung oder andere Dinge unseres Bedarfs hätten kaufen können.

Dann ging es weg von der Ruta 40 auf die RP43 in Richtung Norden in ein Andental hinein nach Varvarco.

Kurz vor unserem Ziel in Varvarco gab es noch einen schönen Mirador über das Tal des Rio Neuquén, der allerdings von einem Außerirdischen auf den Schautafeln erklärt wurde. Für die Einwohner dieses Tales ist sicher nicht klar, ob der große Mann aus Deutschland oder das grüne Männchen hier vom anderen Planeten ist.