Varvarco – ganz anders als erwartet

Der heutige Tag begann mit etwas mehr Chaos als erhofft. Mein Rechner zeigte sich von seiner schlechten Seite und ließ sich nur nach einiger Hektik und einem deutlichen Rücksetzer wieder starten, die Tasche mit einigen Kreditkarten und dem Autoschlüssel war verschwunden … irgendwie war der Wurm drin. Aber wer so lange reist, wie wir dieses Mal, muss mit Komplikationen rechnen. Vor allem wenn man ständig mit zwei Koffern und zwei Rücksäcken lebt. Nach 45 Minuten war aber alles wieder da und funktionierte, der Tag konnte starten.

Wir hatten Varvarco als eine notwendige Zwischenstation auf dem Weg in den Süden abgebucht und nicht viel von der Umgebung erwartet. Um so schöner war es, dass Matthias uns für heute eine kleine Tour durch die anliegenden Täler zusammengestellt hatte (während ich den Blog schrieb).

So ging es los über Schotterstraßen zu Cascada la Fragua, aber wir kamen gleich in unseren ersten Stau des Tages:

Auf den umliegenden Farmen am Wegesrand waren über all die Gauchos und Hunde damit beschäftigt, die Tiere zusammenzutreiben.

Dann sollte es noch kurz zu einem kleinen Geysir gehen und ab zur Erholung ins Hotel. Statt dessen wurde die Fahrt zum Geisir los Tachos ein echtes Abenteuer. Wir durchquerten drei Täler auf dem Weg, wobei wir immer wieder von ganz oben nach ganz unten ging und wir in sehr steilen und engen Serpentinen mit dem Untergrund kämpfen mussten.

Die Täler und Gipfel waren oft von atemberaubender Schönheit und können es locker mit vielen Nationalparks in den USA aufnehmen. Nur wir waren hier fast ganz alleine unterwegs.

Die Fahrt ging nur langsam voran, da die Straßenverhältnisse nicht nur sehr schlecht, sondern auch oft ziemlich gefährlich waren. Aber die Aussichten waren mal wieder unglaublich schön und vor allem total unerwartet. In keiner Quelle zu dieser Region fanden sich Hinweise auf diese gewaltige Panoramaroute.

Dann fuhren wir ein ganzes Stück zurück und bogen in Richtung der Felsformationen Los Bolillos ab. Eine Felsformation, die in einem weiten Tal vom Wind geschaffen wurde. Vor dem Erreichen des Parkplatzes mussten wir allerdings zwei relativ tiefe Gebirgsbäche durchqueren. Da man bei einer der Querungen durch Eintrübung des Wassers nicht auf den Boden gucken konnte, waren wir kurz davor umzudrehen. Schließlich nahmen wir unsern Mut zusammen und fuhren hindurch. Ein wenig Wasser drang zwar ins Auto ein, aber alles ging gut. (Fotografieren ging nicht, ich wäre ja nicht mehr trockenen Fußes auf die andere Seite gekommen.)

Da wir mittlerweile viel länger als geplant unterwegs waren, warf die Sonne mildes Licht auf die Steinriesen und die Schatten gaben der Landschaft eine ganz eigene Magie.

In Europa wäre eine solche Ansammlung von Steinriesen ein allseits bekanntes Reiseziel, hier wurde diese Stelle in den Bergen auch in unserem Reisführer kaum erwähnt.

Wie schon in den Tagen vorher haben uns die Andentäler und -gipfel überrascht und begeistert, wie wir es für diese Region nicht erwartet hätten.

4 Gedanken zu „Varvarco – ganz anders als erwartet

  1. Ihr Lieben,
    ich muss gestehen, dass ich bislang fast gar keine Zeit hatte, hier zu stöbern. Aber da jetzt die Korrekturphase begonnen hat, sitze ich wieder länger vor dem Computer und kann mich schön durch eure Berichte und Bilder ablenken lassen. Bei der Bachdurchfahrt musste ich an die Reifenpanne im Busch denken (afrikanische Wildhunde und so natürlich immer in unmittelbarer Nähe!) – und an die Bemerkung des Autovermieters in Reykjavik: „It´s only a Jimny – don´t expect miracles!“. Ich hoffe, ihr habt alles wieder trocken bekommen, und wünsche euch noch zahlreiche miracles an der Strecke. Bussi aus dem Vorderhaus 😉

    1. Wir hoffen, dass die Korrekturzeit nicht zu gruselig wird und sind unendlich dankbar, diesen Durchgang im ersten Halbjahr 2025/26 auslassen zu können. Und wenn alles gut geht, werden wir mit diesen unglaublichen Eindrücken aus Südamerika beschwingt den zweiten Durchgang in 2026 problemlos hinter uns bringen. Auf jeden Fall haben wir in den letzten Tagen wieder einmal mitbekommen, wie wahnsinnig privilegiert wir sind.
      Liebe Grüße aus dem Frühling an das Vorderhaus!

  2. Lieber Rolf,

    auch ich lass mich grad von den Korrekturen abhalten, und dies zu gern, wenn ich eure beeindruckenden Berichte lese und faszinierenden Bilder sehe. Ich wünsche euch weiterhin viele, viele einzigartige Erlebnisse! Seht Ihr eigentlich auch Polarlichter?

    Liebe Grüße aus dem Norden
    Katja

    1. Liebe Katja, es freut mich, dass auch du ein klein wenig Ablenkung auf diese Weise erhältst und evtl. etwas von unserer Begeisterung für die Welt auf der anderen Seite der Erdhalbkugel überspringt. Tatsächlich sind wir jetzt auf dem Weg bis zur Antarktis, allerdings haben wir keinerlei Chance auf Polarlichter, da wir in mittlerweile eine Tageslänge von 17,5 Stunden haben und dies auf 21 Stunden ansteigen wird. Da ist der Himmel dann zu hell für diese wunderbaren Ionisationslichter.
      Liebe Grüße und eine wunderschöne Weihnachtszeit
      Rolf

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