Valdivia und die Pazifikküste

Im Kontrast zu unserer bisherigen Reise sind wir nun für knapp 24 Stunden am Meer in Valdivia angekommen. Die Stadt gehört zu den ältesten Städten in Chile und ist wahrscheinlich diejenige, die am meisten von deutschen Einwanderern geprägt ist. Ab 1846 war hier die erste Anlaufstation für die Deutschen und immer noch sieht man überall den engen Bezug zu Deutschland.

Auch auf den Straßen der Innenstadt haben wir immer wieder den Bezug zu unserer Heimat gesehen. Am verwunderlichsten ist vielleicht, dass wir sehr häufig jungen Menschen mit T-Shirts und Oberteilen mit schwarz-rot-gold begegneten, aber dies klärte sich schnell auf: die Deutsche Schule mit knapp 900 Schülerinnen und Schülern hat diese Farben als Schuluniform. Und da sie direkt in der Innenstadt liegt, prägen die Jugendlichen ein wenig das Stadtbild. Tatsächlich scheint die Schule hier einen sehr guten Ruf zu haben und ist laut KI ein der beliebtesten Schulen in der Region.

Um nicht zu viele Heimatgefühle zu entwickeln, haben wir uns dann auf den hiesigen Fischmarkt begeben, der kaum mit unseren Märkten zu vergleichen ist.

Das Besondere sind allerdings nicht die normalen Marktbesucher, -kunden und Touristen, sondern die tierischen Besucher der Markthalle.

Auch hinter der Halle und an vielen Stellen in Hafennähe finden sich Seelöwen, die sich wohl lieber füttern lassen, als selber auf Fischfang zu gehen.

Ansonsten hat die Stadt keinerlei alte Bausubstanz, da sie regelmäßig von Erdbeben und Tsunamis heimgesucht wird. Deshalb sind alle Versorgungsleitungen möglichst leicht reparierbar verlegt.

Die Gebäude der Stadt sind meistens nur zweckmäßig und schöne Fassaden findet man kaum. Aber das ist bei der Stadtgeschichte nicht verwunderlich. Im Jahre 1960 war Valdivia das Epizentrum des bisher stärksten je gemessenen Erdbebens. Der anschließende Tsunami war so stark, dass selbst in Japan noch eine fast 7 Meter hohe Welle zu 138 Todesopfern geführt hat. In der Valdivia selber hat die Welle eine grausame Situation entstehen lassen: kurz nach dem Beben war die Region um den Hafen herum trocken gefallen und die Einwohner dachten, das Land hat sich angehoben. Tatsächlich ist das Land aber um 4 Meter abgesackt und das Wasser kam nach etwas mehr als einer Stunde zurück und forderte viele weitere Todesopfer.

Wie so häufig an der Pazifikküste liegen die Orte oft im Nebel und dieser hier ist sogar Niebla (Nebel auf Spanisch) genannt. Trotzdem war es ein schöner Nachmittag an der Steilküste, die wir noch einige Kilometer in Richtung Norden entlang gefahren sind.

Den Abend genießen wir gerade in unserem besonderen Hotel Dreams Pedro de Valdivia, dem ersten Haus am Platze. Wir haben ein wahres Luxuszimmer in dem 5 Sterne Haus und einen wunderbaren Blick aus dem 9. Stock über die Stadt und den Fluss Cruces.

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