Bariloche – Ende des 1. Kapitels

Nach vielen wunderbaren Tagen haben wir nun unseren ersten Tag mit eher Langweile und etwas Ernüchterung erlebt. Ich wurde im Vorfeld von Freunden gewarnt: Bariloche ist nicht so interessant. Und so würden wir es nun auch bewerten.

Nach dem Charme der Städte/Ortschaften im kleinen Süden Chiles und der Lebensfreude und kulturellen Ausstrahlung von Santiago und Mendoza ist Bariloche eher ohne Austrahlung und erfüllt in keiner Weise den Erwartungen des Zentrums des argentinischen Wintersportortes und eines lebhaften Touristenmagnetens (zumindest nicht im Frühsommer).

Die Hauptstraße des Ortes bietet zwar allen erdenklichen Touristennippes und einige Läden mit Bedarf für das normale Leben, aber alles verbleibt bei den immer gleichen, aus China importierten Billigwaren. Man fühlt sich sicher und es geht locker zu, aber den Flair von Pucón oder Puerto Varas vermisst man.

Sollte sich dieses „Monument“ genauso verändern, wie viele vorher von uns in Argentinien betrachtete Denkmäler: keine Pflege, langsames Dahinrotten…. dann wird es noch weniger ansehnlich als ohnehin schon.

Die Ernüchterung des Tages haben wir am späten Nachmittag in unserem Hotel Cacique Inacayal leicht abschütteln können, da wir hier ein schönes Hotel mit Schwimmbad und Außenterrasse haben und dort gut entspannen konnten.

Nun endet unser erster Reiseteil „Entlang der Anden auf der chilenischen und argentinischen Seite“ mit der ersten Enttäuschung. ABER bis hier hin hatten wir unglaublich schöne Erlebnisse und unsere Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern oft weit übertroffen. Das Zwischenfazit ist also absolut positiv.

Ab morgen geht es für einen zweitägigen Übergang (Flug, Vorbereitungen, letzten Einkäufen) zum nächsten Kapitel unserer Reise. Wir sind auf die vor uns liegende Zeit absolut gespannt und freuen uns sehr darauf.

Nachtrag oder doch eventuell eine Zugabe?

Erst eine Triggerwarnung: allen Leserinnen und Lesern und auch allen dazwischen, die Fleischkonsum ablehnen, sollten nun nicht weiterlesen. Und ich kann viele Begründungen für diese Haltung verstehen und möchte dies nicht diskreditieren! Aber jetzt geht es gleich um viel Fleisch:

Wir waren eigentlich durch mit Bariloche und dem Aufenthalt hier. Und gestern Abend haben wir hier bei einem in social media hoch bewerteten italienischen Restaurant schlechtes Essen (Matthias mit einer Pizza ) und so lala Essen (ich mit Pasta und Meeresfrüchten) erhalten, was sicher die Stimmung auch gedrückt hat. Deshalb sind wir eher skeptisch in ein ebenfalls sehr hoch bewertetes argentinisches Restaurant gegangen, wo es natürlich fast ausschließlich Steak gibt.

Und es geschah etwas Fantastisches: wir haben das wohl beste Stück Fleisch unseres Lebens gegessen – Matthias ist sich nicht sicher ob Platz 1 oder 2 und ich bin mir sicher, es war das beste Steak meines gesamten Lebens!

Wir essen ja schon seit 2014 kein Steak mehr in Deutschland, weil es wirklich schade ist, dass dafür Tiere sterben müssen. Die Qualität dieser Fleischbrocken hier war einfach unglaublich, die Würzung exzellent und der Garpunkt perfekt.

Und für alle die in ihrem Leben nach Bariloche kommen, hier der wichtigste Tipp: Alto del Fuego – Reservierung nicht möglich, frühes Kommen sichert die Plätze. Wir werden es auf ewig in Erinnerung behalten. Wie auch das bisher beste Steakrestaurant La Marca in Puerto Varas, was leider 2018 abgebrannt ist.

Ein absolutes Muss für Steakesser: tolles Essen, sehr gute Bedienung und wunderbares Ambiente drinnen und draußen.

Übrigens:

  1. hat das Nachtleben in den Straßen auf dem Rückweg noch ein wenig den Eindruck von Bariloche auf uns verbessert,
  2. mit Beleuchtung ist auch der hässlichste Straßenzug nachts interessant,
  3. weiterhin werde ich kein Steak mehr in Deutschland essen. Lasst es, es ist schade um die (Klima-)Kosten, die dafür bezahlt werden müssen.

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