Nun ist die wirkliche Expedition gestartet. Nach Abschluss des gestrigen „Blogtags“, haben wir einem Vortrag zum Thema „Cetacea“ (Wale, Delfine, Tümmler) geboten bekommen, der uns gleichzeitig mehrere Delfin- und eine entfernte Walsichtung geboten hat: alle Teilnehmer des Vortrags immer raus an Deck, Fotos machen und Vortrag weiter anhören – das war bestes Programm und spannender als jede PowerPoint.

Die Nacht war dann relativ ruhig und wir hofften, unseren ersten Ausflug auf die kleine Insel „New Island“ der Falklandinseln machen zu können. Aber aufkommender Wind mit über 40 Knoten (74 km/h) schien das Besteigen der Zodias unmöglich zu machen. Die Crew wollte wohl nicht gleich am ersten Tag einen Programmpunkt auslassen, also ging es doch mit einer wirklich nassen und wirbelnden Zodiac-Fahrt zu den Vögeln der kleinen Insel im Südwesten der Falklands.

Nach einem kleinen Spaziergang zur Westküste der Insel standen wir vor einer unglaublich großen und lebhaften Vogelkolonie. Was ein Lärm aber auch Guanogeruch 😉
Wir haben dort eine Mischung von Felsenpinguinen (Rock Hoppers), Blauaugenkormorane und Schwarzbrauenalbatrosse erlebt. Das Gebiet war so groß und weitläufig, dass sich die 100 Reiseteilnehmer gut verteilen konnten und alle hatten viel Zeit mit großer Freude viele schöne Dinge zu beobachten. Allerdings bin ich nachhaltig überrascht, wie viele und wie große Objektive und Kameras hier im Einsatz sind. Ich fühle mich fast underequipmented.



Wo viele Tiere auf einem Haufen sind, sind die Räuber nicht weit.

Nach Rückkehr zum Schiff, Mittagessen und weiterer Zodiac-Fahrt etwas weiter nördlich auf der kleinen Insel ging es an einen wunderbaren Sandstrand. Aber erst einmal mussten wir an einer Pinguinkolonie vorbei, die an einer dem Extremwind ausgesetzten Stelle der Insel lag, so dass alle Pinguine in eine Richtung blickten. Die Lage der Kolonie verhindert, dass Greifvögel sich schnell ein Jungtier greifen können, da sie bei zu starken Winden nicht gut genug manövrieren können.


Und dann ging es endlich zum Strand. Dort haben die Magellan- und Eselspinguine der umliegenden Kolonien ihre Wanderung vom und zum Meer um ein bisschen „socialising“ ergänzt. Ich habe gar nicht aufhören können, diese wunderschöne Szenerie zu fotografieren.



Die ganze Zeit über waren wir von den wohl größten Vögeln der Falklandinseln umgeben: den Schwarzbrauenalbatrossen umgeben und haben auf beiden Inseln mehrere Kolonien dieser imposanten Tiere besucht.

Die Albatrosse sind hier die wahren Könige der Lüfte. Mit welcher Eleganz und Geschwindigkeit sie an den steilen Klippen herumsegelten…

Zum Abschluss noch ein Bild, dass unbedingt gezeigt werden muss. Wir konnten an den wirklich sehr steilen und felsigen Küsten immer wieder den Wagemut und die Unerschrockenheit der Felsenpinguine beobachten, die wie Spielbälle in den Brandungen gegen die Felsen geschleudert wurden oder von ihnen heruntergespült wurden. Und dann mussten diese kleinen Tiere noch laaaange Wege hoch und runterspringen und klettern, um endlich an ihren Nistplätzen zu landen. Wir haben großen Respekt vor deren Leistung.

Während ich den Blog schreibe, liegt Matthias leider schon wieder seekrank neben mir und das Schiff schaukelt, als wollten wir unaufhörlich Karussell fahren. Es ist noch schlimmer als beim letzten Mal und ich bin erstaunt, welche Wellenberge wir schon um die Falklandinseln erleben. Ich habe wohl genug Bremerhavener Gene in mir, so dass ich als einer der wenigen, die ich heute Abend in der Lounge gesehen habe, noch fit bin – das Personal mal ausgenommen.








Habt Ihr denn nix gegen Seekrankheit mit? Das Zeug wirkt allerdings erst nach einiger Zeit. Das Personal auf unserem Schiff hatte so kleine Pflaster dagegen hinter dem Ohr.
Ihr seht jetzt die Pinguinküken. Das ist bestimmt ein großes Spektakel. Bei uns waren die alle noch am Brüten. Wie sind denn Eure Mitreisenden so?
Toi toi toi, der Wolf
Doch, doch, wir haben uns ausreichend mit Medikamenten gegen Seekrankheit versorgt. Und auch an Bord gibt es vom Doc viele Mittelchen auf Wunsch. Aber wir haben laut Aussage der Expeditionscrew etwas mehr Wind als gewöhnlich und da muss die Dosis wohl etwas erhöht werden.
Zu all den anderen Dingen an Bord werde ich wohl morgen etwas schreiben. Es gibt wahrscheinlich sonst nicht so viel zu berichten.
Wir folgen deinen Spuren hier weiterhin und sind nach deinen Berichten besonders auf das nächste Ziel gespannt!