Die gestrige Nacht war von heftiger Schaukelei während der Fahrt rund um den Süden der Falklandinsel bestimmt. Ich habe noch nie einen solchen Wellenritt erlebt, selbst im Bett hat es uns hin- und hergeworfen.
Am Morgen kamen wir dann zwischen den beiden kleinen Inseln am Ankerplatz an, der windgeschützt und ruhiger war, so dass wir problemlos in die Zodiacs steigen konnten und auf die kleine Barren Island kamen.
Dort hatten wir dann unsere erste Walsichtung der anderen Art:

Passend zu diesem Spektakel wanderten wir bei starkem und ziemlich kühlem Wind zu einer Brutkolonie der Riesensturmvögel, die allerdings fotografisch eher problematisch war. Die Tiere waren dem Boden gut angepasst und hockten meist gedrungen auf ihren Nestern, um die Eier zu wärmen.

Um über die Insel zu gehen, mussten wir mehrfach an kleinen Kolonien von Magellan-Pinguinen vorbei, die sich in ihren Erdhöhlen auf das Brutgeschäft vorbereiteten.

Es war überall auf der kleinen Insel ein reges Treiben von verschiedensten Wildvogelarten. Leider fehlte uns zu manchen durch die englischen Bezeichnungen das deutsche Pendant.

Auf der Wiese hinter dem Pinguinstrand trafen wir dann zum ersten Mal auf dieser Expedition auf den südamerikanischen Seelöwen, der bei uns eigentlich Mähnenrobbe heißt. Es ist ein echtes Problem, dass die Biologen an Bord alle immer die englischen Begriffe benutzen, die teilweise bei wörtlicher Übersetzung mit den deutschen nicht übereinstimmen. Zudem fehlt mir die Fachkenntnis, hier eine richtige Zuordnung zu treffen. Nur durch die Auseinandersetzung mit diesem Blog recherchieren wir dann alles auf eigene Faust noch mal und hoffentlich korrekt. Edit 07.12.25: Mittlerweile haben wir in einem Vortrag den korrekten wissenschaftlichen Namen bekommen und wir können nun sagen, dass es sich um den Antarktischen Seebären (arctocephalus gazella) handelt.

Und nur 50 Meter weiter am Strand lagen zwei weibliche See-Elefanten in der Sonne. Waren die Seebären schon groß (die Männchen waren ca. 2,5 m lang und können leicht 500 kg wiegen), so waren die See-Elefanten-Damen doch noch viel beeindruckender. Mit einer Länge von über 3 Metern und einem Gewicht von etwas weniger als einer Tonne, lagen diese Tiere einfach relaxt am Strand.

Wir konnten ca. 3 km über die Insel wandern und trafen immer wieder auf sehr überraschende Dinge:

Am Nachmittag ging es dann auf die benachbarte George Island, die in Privatbesitz ist und auf der wir einen Einblick in das typische Farmerleben auf den Falklands bekommen sollten. Eine Besonderheit der Insel ist, dass sie ratten- und mäusefrei ist und aus diesem Grund ein Paradies für die ganzen Vogelbeobachter in unserer Gruppe ist.

Die Insel wirkte sehr entspannt und friedlich, bis wir Zeugen eines diebischen Karakaras wurden, der eine kleine Möwenfamilie um eines ihrer Eier „erleichterte“. Ein großes Geschrei und Geflatter – Natur ist einfach doch grausam.

Nach zwei Stunden mit Magellan-Pinguinen und vielen großen und kleinen Vögeln der Falklandinseln haben wir dann vom Farmer gezeigt bekommen, wie schnell man ein Merionschaf von 6 bis 8 kg feinster Wolle befreien kann.

Zum Ende des Aufenthaltes zeigte uns der Farmer dann noch die wirklich besonderen Fähigkeiten eines seiner Hütehunde. Die Hundedame schaffte es fast ohne weitere Anweisungen die fünf Schafe durch geschicktes Treiben, Abwarten und Anlaufen in ein kleines Gatter auf dem Feld zu manövrieren. Sehr, sehr beeindruckend, da der Hund total autark gearbeitet hat und problemlos zwischen Hatz, Deckung und Abwarten die Schafe vor sich hertreiben konnte.

Morgen gibt es dann noch einen halben Tag Landgang bevor es Richtung Südgeorgien geht – und zwei Seetage folgen.







