Südgeorgien – ein lang ersehnter Traum wird wahr

Wir wussten schon seit gestern, dass unser erster Tag in dieser abgelegenen Inselregion, wohl die schlechtesten Wetterbedingungen bringen würde. Und tatsächlich war beim Aufstehen alles grau und der Ozean sehr rau. Keine guten Bedingungen für einen Landgang. So gingen wir zwar in der Right Wale Bay vor Anker, aber der Wellengang war zu hoch, um am Strand mit den Zodiacs zu landen.

Wir wurden aber in der Wartezeit von der Tierwelt im Wasser mehr als entschädigt. Ich habe noch nie eine solch atemberaubende Vielfalt von Tieren im Meer erlebt. Überall rund im unser Boot schwammen Pinguine, Seebären, See-Elefanten und auch Wale.

Hier ein paar Bilder von einigen Tieren:

Nun haben wir auch die zweite Bucht angefahren, in der Hoffnung auf Landgang. Aber das Wetter wurde immer schlechter: es schneite, es wurde dunstiger und der Wind blieb stark bei Windstärke 8. Es machte sich trotz der schönen Tierbeobachtungen ein wenig Enttäuschung an Deck breit – es bleiben aber ja noch drei weitere Tage für Landgänge und die Voraussichten sind bezüglich des Windes ok.

Eine letzte Hoffnung machte uns die Crew, auf eine Anlandung in der Possession Bay ca. weitere zwei Stunden Schifffahrt entfernt. Hier war James Cook genau vor 250 Jahren angelandet und hat die Insel für Großbritannien beansprucht.

Und tatsächlich ließ der Wellengang am Strand ein Anlanden mit den Zodiacs zu: Matthias und ich wissen jetzt wieder, warum wir diese Reise unbedingt machen wollten. Wir haben ja schon einiges erlebt, aber diese Natur- und Tiergewalt übertrifft alles bisherige.

Wir hatten knapp 2,5 Stunden Zeit, um über den Strand zu wandern, wobei es einen Parkour gab, den unsere Guides abgesteckt hatten. Leider hielten sich die Tiere nur sehr eingeschränkt an die Vorgaben.

Wir liefen mit möglichst großem Abstand zwischen den Tieren weiter, wurden aber ab und zu in die Revierkämpfe hineingezogen. Um nicht in einen Angriff zu geraten, musste man sich nur mit gehobenen Armen aufbauen und ruhig etwas sagen, schon waren die Männchen eingeschüchtert und blieben stehen.

Natürlich gab es am Strand auch immer wieder verschiedene Pinguingruppen und Einzeltiere.

Aber heute standen dann doch die Antarktischen Seebären im Vordergrund:

Die See-Elefantenbabys sind dabei noch so neugierig und schwabbeln schnell auf einen zu mit dem fragenden Blick, ob man nicht noch etwas Milch für sie hat.

Auch wenn das Wetter den ganzen Tag sehr grenzwertig war, das Erlebnis am Strand war unvergesslich. Nicht nur das Ansehen der einzelnen Tiere, auch die ständige Interaktion zwischen diesen, die Geräuschkulisse und die einmalige Landschaft. Südgeorgien übererfüllt unsere Vorstellungen!