Pinguine, Pinguine, Pinguine

Heute war die Nacht an Bord schon früh zu Ende, da bereits um 5:45 Uhr die erste Ausfahrt zu den Goldschopfpinguinen startete. Diese kleinen Pinguine kann man in Südgeorgien nur an ausgewählten Stellen beobachten. Schon vor dem Frühstück saßen wir deshalb in der Harbour Bay in unseren Zodiacs und wurden zu den Felsformationen gebracht, in denen diese niedlichen Pinguine in kleinen Gruppen ihre Kolonien haben.

Eine Stunde lang trieben wir in der Brandung vor den Felsen mit unseren Zodiacs und schauten den kleinen Pinguinen zu. Allein schon die steilen, verschneiten Berge und die raue See waren unglaublich. Aber mit all den Tieren drumherum ist es unfassbar schön.

Wenn die Vögel den Weg dann endlich nach unten geschafft haben, müssen sie noch geschickt die heftige Brandung meistern, um nicht an den Felsen zu zerschellen.

Während die Zodiacs wieder eingeholt wurden, das Schiff in die nächste Bucht fuhr und die Zodiacs wieder klar gemacht wurden, konnten wir frühstücken und etwas ausruhen, bevor es um 8:45 Uhr wieder von Bord ging. In der Fortune Bay wartete eine riesige Kolonie von Königspinguinen auf uns (und einige schlecht gelaunte Antarktische Seebärenmännchen).

Den Weg über den Strand mussten wir uns vorsichtig bahnen und immer wieder dem ein oder anderen Seebären ausweichen.

Langsam wanderten wir entlang einer ca. zwei Kilometer langen Route zu einem „Aussichtshügel“ in der Nähe der Pinguinkolonie, immer bemüht den Abstand von 5 m zu den Tieren einzuhalten. Auch wenn diese uns häufig näher kamen, trotz aller Abstandsbemühungen – Fluchtreflexe haben die Tiere uns gegenüber hier nicht.

Und immer wieder neue tolle Fotomotive:

Aber die Hauptakteure sind ja heute die Pinguine:

Die Geräuschkulisse am Rande der Kolonie, aber auch das Gewusel und der nicht zu vernachlässigende Geruch haben uns in eine andere Welt mitgenommen. Wir kannten das ja von Tierdokus und Filmen, aber im wahren Leben hier zu sein, das übertrifft es doch sehr.

Voll neuer Eindrücke ging es zum Lunch zurück und zum Bio-Security-Check. Es wird viel Aufwand getrieben, um den Impact der Besucher gering zu halten. Was davon Show und was davon nützlich ist, können wir nicht beurteilen, aber unterstützen die Ideen des Schutzes dieses besonderen Ökosystems natürlich.

Am Nachmittag ging es dann noch in den alten Walfängerort Grytviken. Die Station ist in den 60er-Jahren, nachdem der Walfang rund um Südgeorgien verboten wurde, aufgegeben worden und die Natur konnte sich wesentliche Teile wieder zurückerobern.

Die meisten der alten Walverarbeitungsmaschinen rotten dort nun vor sich hin, aber sind so weit gesichert worden, dass sie die Umwelt nicht verseuchen und von Besuchern angeschaut werden können. Unser Thema ist das nicht und die ungeheure Zahl von Walabschlachtungen (über 175000 vom Beginn des 20. Jhd. bis 1966) macht mich nur sprachlos.

Mittlerweile sind wir wieder an Bord und gehen gleich zum Antarktisdiner, einem Barbecue draußen auf dem Hinterdeck.