Geschichten aus Südgeorgien

Das unglaubliche dieser Tage auf der Insel im Südpolarmeer sind für uns die vielen kleinen Geschichten, die wir beim Betrachten der Tiere mitbekommen. So weiche ich heute mal vom üblichen Schema des Blogs ab. Ich werde anstatt einzelner Bilder die kleinen Geschichten mit einer Reihe von hoffentlich schönen Fotos erzählen:

Junge See-Elefanten im Training

Leider sind wir in einer Jahreszeit an den Stränden, in der die großen See-Elefanten-Bullen und -Kühe bereits wieder im Meer sind und ihre Kraftpolster auffüllen. Dafür erleben wir die Babys und Jungtiere.

[Hier das Video von Matthias, dass er passend dazu aufgenommen hat.]

Mittagessen bei den großen Raubmöven

Der Vater ist gerade mit vollem Kropf über dem Gelege gelandet und da es beim Rauswürgen irgendwie gehakt hat, ergab sich folgende Geschichte:

Königspinguin attackiert das junge Familienglück

Auf dem Weg zu einem Raubmövengelege hat sich ein Königspinguin wohl etwas gelangweilt und versucht nach dem Küken der beiden großen Vögel zu picken und damit etwas zu spielen. Da Pinguine reine Meeresfrüchteliebhaber sind, kann es bei der Attacke nicht um einen kleinen Happen nebenbei gegangen sein.

[Hier das Video von Matthias, dass er passend dazu aufgenommen hat.]

Wir erleben hier ein Fülle von solchen Geschichten, die man sonst nur in Tierdokus sieht. Dies macht die Tage so aufregend und schön.

Auf der weiteren Wanderung erreichten wir einen Hügel mit einem schönen Blick über einen Teil der Pinguinkolonie.

Aber natürlich ist auch schon die Wanderung durch die Landschaft ein Erlebnis. Wir mussten einen kleinen und einen größeren Wasserlauf überqueren (gut dass unsere Stiefel hoch und wasserdicht sind). Hier ein Eindruck davon, was man flussauf- und flussabwärts so geboten bekommt:

Und natürlich gibt es auch die Fotos, die das Unglaubliche hier versuchen abzubilden:

Und noch eine Ecke weiter schwammen auf dem kleinen Fjord der Bay einige Eisschollen, natürlich auch eine mit Königspinguinen.

Am Nachmittag haben wir dann noch einen Ausflug zu den Eselspinguinen in Godthul, einer sehr kleinen und ruhigen Bucht unternommen. Dort mussten wir entlang eines Bachlaufes einen Hügel erklimmen. Da es aber keinerlei Wege, Befestigungen oder irgendwas in diese Richtung gibt, sind wir im tiefsten Matsch steil den Berg hoch gekrabbelt und haben uns am Tussac-Gras nach oben gezogen. (Bilder von Landschaften, Ausflügen usw. gibt es an den Seetagen)

Eselspinguine und ihre Nester

Wir konnten dann an drei kleinen Kolonien der Eselspinguine die Brut-, Futter- und Nestbautätigkeiten beobachten. Da wir wieder sehr viel Zeit für Beobachtungen hatten, haben wir uns lange bei einzelnen Pinguinfamilien innerhalb der Kolonie aufgehalten. (Die Bilder sind aber von zwei unterschiedlichen Kolonien zusammengesetzt.)

[Hier das Video von Matthias, dass er passend dazu aufgenommen hat.]

Und als wäre das nicht schon genug für diesen Tag gewesen, hatten wir eine Begegnung mit einem sehr, sehr seltenen Tier. Es handelt sich um einen Antarktischen Seebären mit Leuzismus. Dies ist eine genetische Mutation, die bei Seebären immer mal wieder vorkommt, aber meist dazu führt, dass sie schon als Babys sterben. Ältere Tiere oder gar ausgereifte weiße Männchen sind sehr selten.

2 Gedanken zu „Geschichten aus Südgeorgien

    1. Lieber Martin,
      wenn ihr je die Möglichkeit habt, das hier unten im Süden zu besuchen, dann solltet ihr diese Chance nutzen. Ihr würdet es lieben. Marc würde evtl. lange Wanderungen vermissen, aber mit so kleinen, unbeschwerlichen Wegen solche Wunder zu erleben…. wir sind überglücklich!
      Eine schöne Adventszeit von Bord der Plancius
      Matthias und Rolf

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