Da heute der letzte Tag in Südgeorgien ist und noch zwei Ausflüge zu den Tieren geplant waren, ging es bereits um 5 Uhr aus dem Bett und um kurz vor 6 Uhr wasserdicht und mehrschichtig warm eingepackt ins Zodiac. Über Nacht hatte es so geschneit, dass am 2. Advent passend etwas Schnee an Deck lag.
Wir hatten trotz anschwellendem Wellengangs die Möglichkeit in Gold Harbour an Land zu gehen und wurden von unzähligen Pinguinen und See-Elefanten empfangen. Im Wasser schwammen kleine Eisbrocken, die ab uns zu an Land gespült wurden.
Bei leichtem Schneefall konnten wir sehr langsam zwischen den Tieren umher schlendern. Aufgrund unseres sehr langsamen Tempos wurden wir wohl noch weniger beachtet als sonst und die gesamte Tierwelt der Bucht ging – uns mehr oder weniger ignorierend – den eigenen Weg,
Die Kommunikation der Tiere untereinander – wie auch mit uns – führte zu keinem brauchbaren Ergebnis. Hier im Bild am Beispiel von See-Elefanten-Baby und Königspinguinen Paar gezeigt.
Dieser Strand wird nur ganz selten angefahren, weil es nur einen kurzen Weg gibt, bis man an die Grenze der Pinguinkolonie stößt. Laut unserer Crew ist der Aufwand für einen so kurzen Ausflug anderen Expeditionsgruppen zu groß.
Auf dem dunklen Strand fanden wir einige kleine Eselspinguine unter den vielen Königspinguinen. Diese Bucht ist vulkanischem Ursprungs und hat damit fast ein Alleinstellungsmerkmal auf Südgeorgien. Die meisten anderen Teile der Insel sind aus Granitgestein und durch Plattentektonik entstanden, wobei der höchste Punkt knapp an die Zugspitze heranragt.
Durch den sich verstärkenden Schneefall wurde die Szenerie immer zauberhafter und man konnte die Spuren der vielen Tiere schön beobachten. Manche Tiere waren dabei gar nicht zu sehen und man wusste doch, da haben sie mal gelegen.
Bei genauem Hinsehen kann man den See-Elefanten noch erkennen, der hier vor einiger Zeit gelegen haben muss. Diese Bucht hat außer der heimischen Tierwelt wohl wirklich sehr selten Besucher, die Knochen durcheinander bringen würden.Langsam sind wir gemeinsam mit den Pinguinen am doch frühen Morgen am Strand entlang spaziert.Während der Schneefall zunahm, kamen wir der Kolonie immer näher und die Pinguindichte erhöhte sich. Alle Versuche scheiterten, den Tieren auszuweichen und durch Stehenbleiben Platz zu lassen, da diese immer mehr auf uns zukamen. Manche Kamera wurde sogar als Spielzeug entdeckt.Schlussendlich erreichten wir den Rand der kleinen Kolonie und konnten einige Zeit die Tiere beobachten.
Besonders schön waren die vielen kurzen Erlebnisse mit den kurz vor der Mauser stehenden, halbstarken Jungpinguinen und deren Eltern.
So ein dicker Halbstarker muss noch gefüttert werden, eine Herkulesaufgabe für die fast gleichgroßen Eltern. Die Küken müssen gefüttert werden, bis sie ihr braunes Federkleid nach 10 bis 15 Monaten verlieren. Nur in harten Wintermonaten kann es Futterpausen von einigen Wochen geben.
Und nach der Nahrungsaufnahme scheinen die Gefühle mit den Jungtieren durchzugehen:
Dann ging es um 8 Uhr zum Frühstück wieder an Bord und mit dem Schiff zum letzten Ausflugspunkt. Leider musste die Crew dann in der Cooper Bay die Pläne anpassen. Dort sollten wir noch einmal in die Zodiacs steigen und entlang der Steilklippen verschiedene Tiere vom kleinen Schiff aus beobachten, aber der Seegang nahm stetig zu und machte den Einstieg in die Boote schließlich unmöglich.
Als Plan B fuhren wir dann mit der Plancius und den benachbarten 14 km langen Drygalski Fjord. Bei dem bedeckten Himmel hielt ich dies für einen nicht so spannenden Ausweichplan, wurde aber vom totalen Gegenteil überzeugt. Bilder dazu gibt es dann morgen am Seetag, denn heute sollen im Blog noch einmal die Tiere die Hauptrolle spielen.
Auf dem Weg zum Fjord trieb ein riesiger Eisberg neben uns, auf dem sieben mutige Eselspinguine kletterten. Wie mögen sie bei starker Brandung auf diesen Eisklotz gekommen sein?
Hier ein Bild des gesamten Eisbergs:
Zum Größenvergleich: die sieben kleinen Pinguine kann man bei Vergrößerung ganz links unten als schwarze Punkte erkennen.
Auch im Fjord gab es noch Robben, See-Elefanten und Pinguine, aber wir waren dann doch mehr von der Landschaft Südgeorgiens beeindruckt und haben die Tiere etwas aus den Augen verloren.
An den Steilküsten konnte man die Pinguine im Schnee am besten erkennen (hier 15 Eselspinguine).
Nun sind unsere Tage in dieser so besonderen Inselwelt vorbei und wir werden uns wohl immer an diese Reise durch die unglaubliche Tierwelt in dieser sagenhaften Landschaft erinnern.
Ein letzter Blick auf die Südküste der für uns unvergesslichen Insel – ein sehr wehmütiger Moment, bei dem Wolken und Meer nur einen kleinen Streifen erkennen lassen.