Eigentlich sollten wir jetzt zwei Seetage vor uns haben, um dann in der Antarktis Wale, Eisberge und weitere Naturspektakel zu beobachten, aber es ist anders gekommen. Kurz nach dem Frühstück wurden wir zu einer dringenden Zusammenkunft in die Lounge gerufen.
Uns wurde dort mitgeteilt, dass unser Schiff ein Antriebsproblem hat, dass von den Technikern an Bord nicht behoben werden kann. Dies bedeutet für die MS Plancius, dass sie nicht mit voller Leistung fahren kann und damit die geplante Route in der vorgesehenen Zeit nicht zu schaffen ist. Außerdem ist durch die verminderte Leistung nicht gewährleistet, dass bei turbulentem Wetter in der Drake-Passage zwischen der Antarktis und Feuerland jederzeit die Sicherheit vollständig gewährleistet ist.
So hat die Reederei entscheiden, dass Schiff umgehend in den nächsten, sicheren Hafen zurückzubringen. Dieser Hafen ist Ushuaia, wo wir sowieso enden sollten. Nur leider bedeutet dies eine 5-tägige Seefahrt ohne Unterbrechung. Dies macht uns noch einmal mehr klar, wie weit wir von aller Zivilisation entfernt sind. Noch wissen wir nicht genau, wie es weitergeht, aber es wird weitergehen – und gerade für uns kommen ja noch viele Tage mehr.
Ich bleibe beim ursprünglichen Plan und führe diesen Blog täglich weiter, auch wenn Seetage kaum Fotomotive bieten. Und für heute wollte ich sowieso Landschaftsbilder von Südgeorgien liefern, die wegen der genialen Tierbegegnungen bisher keine Rolle spielten.

Leider hatten wir teils sehr typisches Wetter für die Insel, da es eben nicht sonnig war, aber dafür für die Jahreszeit ungewöhnlich noch einigen Schnee gab.

Die Landschaft ist hier nirgends lieblich oder wirkt idyllisch, sondern immer ist man von hohen Bergen umgeben und sieht noch weiter oben oft Eismassen die langsam gen Meer streben.


Die Fortuna Bay ist eine der ausgedehnten Buchten mit großem, flachem Strandbereich, dann einigen leicht ansteigenden Hügeln und dem Übergang zu wiederum fast senkrechten Felsformationen.


Leider ist nicht nur der Schiffsantrieb uns nicht wohlgesonnen, sondern auch die durchgehende Wolkendecke in ca. 200 bis 300 m Höhe, die die Gipfel der Berge verdeckte.

Neben einem Forschungsgebäude und einer kleinen, verlassenen Walverarbeitungsanlage in zwei anderen Buchten, haben wir in Grytviken die einzigen Gebäude gesehen. Straßen, Wege oder Landungsstege gibt es sowieso nirgends.

Wir haben ja nur einen kleinen Teil der unzähligen Buchten der Insel kennen gelernt, aber allen gemeinsam ist die raue und massive Bergwelt, die fast unvermittelt ins Wasser abfällt.

Noch einmal schroffer und gewaltiger waren die Felsformationen im Drygalski-Fjord.


Damit ist der Übergang zum morgigen Blogeintrag mit ein paar schönen Bildern von Eisbergen erreicht. Leider werden wir uns die Eismassen aufgrund des Reiseabbruchs ein anderes Mal anschauen – aber etwas Antarktiseis haben wir hier auch gesehen….












Das ist ja sehr bedauerlich – aber die Bilder der Tage zuvor haben mich mehr als sprachlos gemacht und ich konnte mich einfach nur mit Euch mitfreuen
Ja, die 7 Tage auf den Falkland Inseln und in Südgeorgien waren wohl das Größte, was wir bisher erleben durften. Dass wir nun 6 Tage ununterbrochen auf See sind und die Antarktis noch nicht sehen werden, ist zwar Schade aber nach diesen Erlebnissen leicht zu verkraften.
Liebe Grüße aus dem absoluten Nichts