Nun haben wir dem touristischen Ushuaia adios gesagt und uns auf der Ruta 3 in Richtung Norden auf den Weg gemacht. Zum Abschied haben wir noch einmal heftigen Sturm und etwas Schneetreiben erlebt und so gar nichts von Sommer in dieser Region gefühlt.

Zwei Täler vom Beagle-Kanal entfernt haben wir dafür gleich wieder gestoppt und an einem schönen Aussichtspunkt den Blick auf das schöne Tal mit seinen Mooren und Felsen genossen.


Auf der Weiterfahrt in Richtung Norden mussten wir über den kleinen Paso Garibaldi mit einem weiten Blick auf die vor uns liegende Ebene rund um den Lago Fagnano fahren.

Die Weiterfahrt war dann eher unspektakulär, wobei das ein oder andere Guanako an der Strecke erschien. Wir wollten aber dringend nach Rio Grande, um unseren Tank aufzufüllen, bevor wir in die wirklich sehr unbesiedelte Mitte der Insel fahren würden, wo es weit und breit keine Tankstelle gibt.

Und weiter auf der Ruta 3.

Nach diesem ganz besonderen Abstecher sind wir dann zur wohl kleinstmöglichen, offiziellen Grenzstation zwischen Argentinien und Chile gefahren. Leider haben wir uns nicht getraut, Fotos zu machen. Ist ja bei so offiziellen Punkten oft sogar verboten. Deshalb ein kleine Geschichte:
Auf Argentinischer Seite mussten wir den Grenzsoldaten erst aus seinem Haus „locken“, um die Schranke zu öffnen. Der junge, freundliche Mann kam dann umringt von vielen, großen, schwarzen Hühnern, öffnete die Schranke und wies uns den Weg zur Migration und zum Zoll. Dort saßen jeweils eine Person und machten gewissenhaft die notwendigen Stempel auf die Papiere und ließen uns mit netten Grüßen von dannen ziehen. Man muss dazu wissen, der Grenzübergang ist ca. 80 km Schotterpiste vom nächsten Ort Rio Grande entfernt.
Auf Chilenischer Seite dann das ganze noch einmal: wieder drei Personen (Grenzpolizei mit Immigration, Zoll und Einfuhrkontrolle), alle an einem eigenen Schalter direkt nebeneinander. Wieder alle Stempel ein paar nette Worte und weiter konnte es gehen.
Auf die Frage, ob heute schon viel Verkehr gewesen wäre (16:30 Uhr) erhielt ich die Antwort, dass hier nicht so viel los wäre. Kein Wunder, Matthias hat beobachtet, dass die Grenzpolizistin den Stempel erst auf das heutige Datum einstellen musste – wir waren die ersten Einreisenden. Im weiteren Gespräch erfuhr ich, dass die drei dort jeweils 7 Tage leben (8 Fahrstunden von der chilenischen Heimatstadt entfernt) und dann gewechselt wird. Ein sehr ruhiger und einsamer Job!

Was uns aber auf dieser abgelegenen Strecke zum Lago Blanco immer wieder und in zunehmender Zahl begegnete: Guanakos!

Je weiter wir uns von der Zivilisation entfernten, desto größer wurde die Anzahl der Tiere. Wir haben schon heute unzählige Foto geschossen und freuen uns, hoffentlich noch viel Zeit mit ihnen zu verbringen.

Mittlerweile sind wir in der Hosteria Las Lengas angekommen und werden morgen ausführlich über unser abgeschiedenen Unterkunft für die nächsten zwei Tage berichten.











