Schöner 4. Advent rund um die Magellanstraße

Heute haben wir nach dreieinhalb Wochen wieder den Festlandkontinent angesteuert und die Inselwelt Feuerlands und des Südatlantiks verlassen. Allerdings haben wir uns, angeregt durch die KI-Infos zu Cerro Sombrero, noch mit der besonderen Architektur des kleinen Ortes beschäftigt.

Die Stadt wurde Ende der 50er-Jahre nach ersten, erfolgreichen Erdölbohrungen in dieser Region für die Arbeiter der staatlichen Erdölgesellschaft erbaut und ist bis heute Hauptort für die regionale Erdölproduktion.

Insgesamt wirkt das Städtchen absolut untypisch für Feuerland und Patagonien, weil dieses hohe Maß an Organisation einfach nicht zu Chile oder Argentinien passt.

Dann ging es per Fähre bei starkem Wind über die Magellanstraße. Eine willkommene Abwechslung bei der Einöde der sonstigen Fahrerei des heutigen Tages.

Nach einem erneuten, nervigen Grenzübertritt nach Argentinien sind wir dann auf die Ruta Provincial 1 bzw. Ruta 40 eingebogen und über 100 km Schotterstraße gefahren, um unsere Herberge für die nächsten beiden Tage zu erreichen. Matthias ist freiwillig die ganze Zeit über die schlechte Piste gefahren und wir haben fast 2,5 Stunden benötigt.

Und plötzlich tauchten dann die ersten Nandus auf: was ein willkommener Spaß am Wegesrand.

Auf der Route kamen uns nur Fahrzeuge der Ölindustrie und evtl. ein Touristenauto entgegen und wir haben einen Öl-Tankfahrzeug überholt.

Auf der Weiterfahrt sahen wir dann noch eine große Estancia am Wegesrand und sonst nur Schafe und:

Nach einer mächtigen Rüttelei und ziemlich nervenaufreibender Schotterfahrt kamen wir dann endlich an unserem Tagesziel an: Estancia Monte Dinero. Auf dem Weg haben wir uns mehr als einmal gefragt, ob wir uns nicht total „verbucht“ haben. Aber nun können wir sagen: alles richtig gemacht, diese Unterkunft ist die beschwerliche Anreise wert.

Von Massentourismus ist hier am Rande der Welt nicht viel zu spüren, wir sind heute die einzigen Übernachtungsgäste. Um uns die Beine etwas zu vertreten, haben wir einen Spaziergang zur nahegelegenen Grenze mit dem dazugehörigen Grenzpfosten (hier hito genannt) unternommen.

Die Grenzziehung ist in dieser einsamen Region nur durch die Ölvorkommen und Fischerrei-Rechte zu erklären. Warum sonst sollte Chile mit großem Aufwand einen teils wenige hundert Meter breiten Streifen zum Meer beanspruchen, der landwirtschaftlich nicht gerade ertragreich ist.

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