Pingüinera Cabo Virgenes

Das heutige Highlight und sicher auch eines der ganz besonderen Erlebnisse dieser langen Reise war unser Besuch in der Magellan-Pinguinkolonie am Cabo Virgenes, die nur 20 km von der Estancia Monte Dinero entfernt liegt und genauso wie das Kap und einige Ölförderpunkte zu diesem Farmgelände gehört. (Wie sich das eigentumsrechtlich genau verhält, war für uns nicht zu klären. Aber soweit wir verstanden haben, gehört zumindest eine Gasquelle direkt der Familie Fenton, welche die Estancia in 6. Generation betreibt.)

Die Kolonie von Magellan-Pinguinen ist die zweitgrößte ihrer Art und umfasst ca. 250.000 bis 300.000 Tiere. Wir wussten zwar, dass es eine große Kolonie sein würde, aber waren von dem Ausmaß (tier- und flächenmäßig) dann doch sehr überrascht.

Da die nächste Siedlung über 110 km meist mieser Schotterpiste entfernt ist, haben wir kaum Besucher erwartet. Aber dass wir von 9.30 Uhr bis 13:00 Uhr gänzlich alleine waren (natürlich mit den vielen Pinguinen), hat uns doch überrascht. Nicht einmal ein Ranger oder eine Vogelkundlerin waren anwesend.

Die Tiere waren im Großen und Ganzen nicht sehr ängstlich. Wir haben natürlich versucht, die uns bekannten Empfehlungen bezüglich Pinguinbeobachtungen einzuhalten.

Die Magellan-Pinguine haben ihre Brutzeit vor einigen Wochen abgeschlossen und die Jungtiere waren alle schon wohlgenährt in den Nestern bzw. Erdhöhlen. Die Elterntiere waren damit beschäftigt, entweder am Nest auf die Kleinen aufzupassen oder aber im Meer nach Futter zu fischen.

Wir haben die oft entspannten Tiere gerne beobachtet und viele Fotos gemacht. Allerdings haben einige Tiere sich aus Neugier nicht an die Abstände gehalten.

Aber es gab doch auch viele gelangweilte Familien, die die Sonne nach einigen bewölkten und regenreicheren Tagen genossen haben.

Auf dem Gelände lagen einige tote Jungtiere herum, die zu unserer Verwunderung nicht von den Raubvögeln gefressen wurden. Und es waren einige Raub- und Seemöven in der Luft über uns.

Wir haben uns auf dem großen Gelände mit all den Pinguinen so wohlgefühlt, dass wir zweimal alles abgewandert sind. Natürlich langsamen Schrittes, ohne laute Gespräche und möglichst ohne die Tiere zu verschrecken.

Den meisten Spaß hatten wir, die Tiere auf ihren Wegen am Strand zu beobachten. Dazu haben wir uns ganz still hinter eine Böschung verzogen und insgesamt wohl eine Stunde lang die verschiedenen Tiere und ihr Verhalten betrachtet.

Um die Tiere nicht zu stören, haben wir zur Wasserlinie einigen Abstand eingehalten und nur aus größerer Entfernung die Schwimmszenen betrachtet.

Nach dreieinhalb Stunden wurden die Rufe der Tiere dann durch Gesprächsgeräusche einer argentinischen Familie ergänzt, die nicht ganz so lautlos über das Gelände zog. Außerdem kam noch ein weiteres Fahrzeug an, so dass wir lieber unseren Besuch beendet haben und zum nahegelegen Leuchtturm am Cabo Virgenes gefahren sind.

Und ob tatsächlich wahr oder nur ein Werbegag der Estancia-Besitzer, liegt hier der Kilometer Null der so bedeutenden Ruta 40.

Das war nun wohl unser letztes Zusammentreffen mit Pinguinen und wir sind sehr überrascht, dass dies noch einmal so intensiv wurde. Morgen geht es dann Richtung Chile und langsam Richtung Torres del Paine.

Ein Gedanke zu „Pingüinera Cabo Virgenes

  1. Euch auch Feliz Navidad. Die Pinguine sind ja niedlich. Bitte weiter so schöne Bilder. Es scheint ja doch ein bisserl kühl… Jedenfalls fühlt euch gedrückt.🥰🌊🐧🐧

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