Auf unserer Reise sind wir nun am Ende der Zeit in Patagonien angekommen. Und da uns die Autoabgabe zwingend nach El Calafate geführt hat, haben wir uns sehr gefreut, dem berühmten Gletscher Perito Moreno, der seit 1981 UNESCO Weltnaturerbe ist, einen erneuten Besuch abzustatten. Insbesondere waren wir gespannt, weil wir 2014 erfahren hatten, dass dieser Gletscher anders als fast alle anderen Gletscher der Welt stabil bis wachsend sei.

Wir hatten uns per Internet und KI natürlich etwas informiert und die oberflächliche KI Antwort für korrekt erachtet: der Gletscher ist stabil und wächst evtl. sogar noch. Dumm nur, dass die K“I“ nur einen Durchschnitt der Netzeinträge nimmt, der diesen alten Zustand beschreibt. Wir waren überrascht und auch schockiert, wie stark der Gletscher geschrumpft ist.

Das typische Knacken und Kalben des Gletschers ist aber geblieben, wenn auch nicht mehr so in direkter Nähe zu den Aussichtsplatformen.


Der Perito Moreno ist eine der meistbesuchten Attraktionen in Argentinien und wahrscheinlich die am professionellsten ausgebaute Attraktion. Die Anfahrt wurde in den letzten Jahren noch einmal verbessert und die Treppenanlagen mit Aussichtsplattformen erweitert. Wir waren wieder sehr früh angekommen (15 Minuten nach Parköffnung um 8 Uhr) und hatten noch etwas Ruhe.

Als es etwas voller wurde, haben wir uns zu unserer schon gebuchten Schiffstour verabschiedet.

Allerdings hat auch der verbleibende Gletscher bei uns noch die Begeisterung für das blaue Eis und die Kathedralen aus Eistürmen, die über 70 m hoch in den Himmel ragen, ausgelöst.



Hier noch ein paar Infos für Interessierte zur Entwicklung des Gletschers:
Tatsächlich war der Gletscher Anfang des letzten Jahrhunderts schon einmal ähnlich kurz, wie zum jetzigen Zeitpunkt. Wir haben das auf Fotos aus den Jahren 1901 und 1914 sehen können. Nur in den Jahren 1940 bis 2018 reichte seine Gletscherzunge bis an die Halbinsel Magellanes heran. Und bis 2018 war der Gletscher tatsächlich 60 Jahre ziemlich stabil.
Heutige Informationen zum Verhalten des Gletschers stammen von einem Forscherteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die Daten lassen auf einen extrem beschleunigten Rückgang des Gletschers schließen. So kam es in den letzten 7 Jahren an der einen Flanke zu einem Rückgang von 800 m Länge. (Wir können das auch auf unseren Fotos sehen.) Die Gesamtkonstellation hat wohl sehr viel mit dem Untergrund im See zu tun, der über Jahrzehnte wie ein Bremsklotz das Gletschereis aufgestaut hat. Nun ist das Eis zu weit weggeschmolzen und der Gletscher zieht sich anscheinend beschleunigt zurück.
Die Folgen werden auch für den Ort El Calafate, der fast ausschließlich vom Tourismus lebt, gravierend sein. Die viel schlimmeren Folgen des Klimawandels sind uns bei all dem natürlich bewusst. Und auch der Anteil des Tourismus als ein Baustein zum CO2-Ausstoß.











