Den letzten Tag des Jahres verbringen wir in Buenos Aires – eine wirklich tolle Stadt für besondere Tage. Schade nur, dass wir die letzten Stunden auf dem Flughafen warten müssen. Aber es gibt viel Schlimmeres als das!!! Wir haben beim Bummel durch die Stadt wieder gesehen, wie gut es uns geht und wie dankbar wir sein müssen, ein Leben wie unseres führen zu können.
Kurz noch zu gestern Abend und der Tangoshow: schlimme Anfahrt bei 37°C 60 min im unklimatisierten Minibus, tolles, altes Theater mit gutem Essen und netter Bedienung, schöne Sitzplätze und die Show… anfangs guter Tango Argentino, dann mittelmäßiger Tangogesang von älteren Herrschaften (sie mit leichtem Travestie-Touch, er etwas wie Lou van Burg) und dann plötzlich „El Condor pasa“ mit Poncho und Panflöte. Die Chinesen im Publikum waren begeistert, wir so naja. Erst als die ältere Dame in großer Abendrobe mit zu tiefer Stimme als Evita auftrat (Evita ist mit 33 Jahren gestorben, da passte schon etwas nicht) und „Don´t cry for me, Argentina“ auf Spanisch sang und zusätzlich die Tänzer fahnenschwenkend im Publikum standen, überkam uns ein starkes Gefühl von Fremdscham – viele andere Touristen waren aus dem Häuschen, es liegt also an uns. Der Tango zum Abschluss hat uns wieder etwas eingefangen und wir haben erneut gelernt: für so etwas sind wir nicht gemacht.
Um noch einmal „unser Buenos Aires“ zu genießen, in das wir uns doch ein wenig verliebt haben, sind wir zum Puerto Madero gefahren und haben dort am Wasser den Morgen verbringen wollen.

Uns wurde schnell klar: das geht hier heute nicht, 38°C, kaum Schatten und nur wenig Wind. Mit einigen Pausen sind wir trotzdem südwärts spaziert und von Schatten zu Schatten gehuscht.

Genau wegen solcher, oft mutiger Kunst im Stadtraum und immer wieder klarer Bekenntnisse zu Emanzipation und Diversität in der Stadt mögen wir BA. Und wir haben das Gefühl, hier könnten wir als schwule Männer frei leben – zumindest in den Stadtteilen, die wir bisher kennengelernt haben und die von der Mittel- und Oberschicht bewohnt werden. Dass das Leben in den Armenvierteln ganz anders ist, ist uns selbstverständlich klar.

Um etwas Kühle zu erhalten und noch ein wenig Moderne Kunst anzusehen, wollten wir ins angeblich geöffnete MACBA (moderne Kunst) – lt. Homepage und Türbeschriftung jeden Tag geöffnet – aber dann doch geschlossen. Wir sind eben in Südamerika, was wir in dieser Stadt fast vergessen hätten.
Deshalb haben wir dann den angrenzenden alten Stadtteil San Telmo entlang der Straße Defensa erbummelt. Bei dieser Hitze ziemlich herausfordern.

Wir haben lieber in den Hinterhöfen nach kleinen Läden und anderen schönen Dingen gesucht.


Um der Mittagshitze zu entkommen, haben wir uns in die Markthalle von San Telmo begeben. Dort waren dann Einheimische und Touristen gut gemischt unterwegs und es gab einige Dinge zu bestaunen.



Leider sorgten die ganzen offenen Holzkohlefeuer und Empanada-Öfen dafür, dass die eigentlich gut beschattete Halle ebenfalls brütend heiß war. Also doch wieder raus auf die Straße.

Gegen 13:30 Uhr haben wir dann aufgegeben und ein Taxi gerufen. Mittlerweile sind wir wieder im Hotel und packen die Koffer. In Deutschland sind jetzt noch knapp 4 Stunden bis zum Jahreswechsel, deshalb allen Blogleserinnen und -lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir melden uns sich auch 2026 wieder hier.













Sehr schön.
Wir hoffen Ihr seid gut ins neue Jahr gestartet.