Tagesziel Cochabamba

Nach einer Nacht am/im Regenwald wurden wir am Morgen von einer tollen Geräuschkulisse geweckt. Wir hörten einige Affen in der Nähe, dazu viele Vogelstimmen und einige andere Tiere. Leider blieb es auch dieses Mal beim Hören. Das Blätterdach ist einfach undurchdringlich.

Gestärkt von einem guten, fruchtreichen Frühstück war das Ziel Cochabamba in 160 km Entfernung zu erreichen. Die von Maps angegebene Zeit: 5h 30min! Das ließ uns keine entspannte Tour erahnen – aber wir sind ja auch für das Abenteuer hier!

Wir mussten feststellen, dass das Markttreiben einen Straßenzug weiter zu unbekannt für uns war und haben den Besuch lieber ausgelassen, um die Konzentration und Kraft voll auf die bevorstehende Fahrt zu lenken.

Dann ging es mit dem Abenteuer los. Obwohl große Teile der Bergstraße asphaltiert waren, waren gefühlt unendlich Kilometer in katastrophalem Zustand.

Der Zustand der Fahrzeuge war dabei sehr, sehr unterschiedlich und es war manchmal kein Vergnügen hinter einem Bus oder LKW herzufahren.

Oft lag die Geschwindigkeit bei 10 bis 15 km/h und hatte man einige LKW überholt – auch das nichts für schwache Nerven – konnte man wieder 70 km/h fahren. Bis zu nächsten Schlaglochstrecke, wobei es eher Gruben als Löcher waren. Ich war so froh, dass wir den hohen und robusten Nissan Patrol hatten!

Die ganze Fahrt über konnten wir das Treiben am Straßenrand beobachten, aber wir müssen ganz klar einräumen: wie hart ein Leben in dieser Region sein kann, können wir uns nicht vorstellen. Wir sind nur daran vorbeigefahren.

In Cochabamba haben wir unser Hotel La Casa de Margarita in einem wohlhabenderen Stadtteil der Stadt bezogen. Wir wurden herzlich empfangen und haben ein tolles Zimmer mit Balkon, von dem gerade Nena mit 99 Luftballons zu uns aufs Sofa hereinschallt. Nach allem, was wir heute gesehen haben, erscheint mir das geradezu verrückt.

Bei einem Bummel durch die Straßen in die historische Innenstadt haben wir viele Cafés und Restaurants gesehen, aber auch die typischen Geschäftsstraßen dieses Landes. Durch einen Zufall landeten wir in der Straße mit den Optikern, die ich heute dringend brauchte. Bei der Ankunft im Hotel war mir ohne größere Krafteinwirkung der Bügel der Brille am Scharnier einfach herausgebrochen. Gleich der erste Optiker konnte mir den defekten Scharnier ersetzten – was ein Glück!

Wir gehen jetzt gleich im Hotel essen und bereiten uns dann auf einen dreitägigen Ausflug in den Torotoro Nationalpark vor. Da wir zwar entlang der Hauptstraßen immer Empfang hatten, aber dort weit weg von jeder städtischen Umgebung in einem Bereich der indigenen Bevölkerung sind, gehen wir nicht von einem Zugang zum Internet oder durchgehender Elektrizität aus. Deshalb schon hier der Hinweis auf eine kleine Pause im Blog. ABER Bolivien überrascht uns immer wieder, auch deshalb sind wir so gerne hier.

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