Als wir gestern Abend ins Bett gingen hatten wir kein gutes Gefühl für den nächsten Tag. Auf dem Weg in die Salzwüste und zu den Lagunen mussten wir von Cochabamba in den Altiplano und zur Zwischenstation Oruro. Doch die Nachrichten waren nicht gut: Aufgrund von Streikaktionen war die Route zwischen beiden Städten blockiert und hier in den Anden gibt es absolut keine Alternativen (es sei denn, man fährt einen Umweg von mehreren Tagen).
Außerdem wies die KI darauf hin, dass es eine Baustelle gäbe, die nur eine Durchlasszeit am Tag hat und sonst frühmorgens oder spätabends passiert werden kann. Im Dunkeln hier zu Fahren ist für uns ein absolutes Tabu – das ist viel zu gefährlich!!!
Sorgenvoll gingen wir zu Bett. Wir wussten, dass dies geschehen könnte – auch schon vor Reisebeginn. Am Morgen hat die Straßenbehörde von Bolivien aber gemeldet, dass es zumindest auf dieser Straße keine Blockaden mehr gäbe. Um immer Kontakt zur Außenwelt halten zu können, habe ich mir noch schnell eine Sim-Karte des staatlichen Telefonanbieters geholt und los ging es die Anden hoch.

Was wir dann erlebt, war wieder eine Überraschung und kaum vorstellbar für uns. Vor der Baustelle wurde die gesamte Straße dicht an dicht zugestellt und alle Lücken möglichst immer wieder aufgefüllt. Dazwischen liefen unendliche Verkäuferinnen und Verkäufer herum und boten ihre Waren an. Alle wussten um 11:30 Uhr öffnet die Straße für 1,5 Stunden.

Und dann ging es los. Unvorstellbar wie eng alle Autos aneinander vorbei fuhren und sich die Kolone den Berg immer höher hinauf kämpfte. So lange kein Gegenverkehr kam, wurde gnadenlos auf allen Seiten überholt.


Wir waren beruhigt, dass auch sehr viele Reisebusse in der Schlange waren. Gestern hatten diese aufgrund der Blockaden den Verkehr eingestellt. So wussten wir, wir würden wohl in Oruro ankommen.

Die Fahrt verlief dann ziemlich ruhig und entspannt. Matthias hatte an der höchsten Stelle bei ca. 4.500 m Höhe zwar etwas Atemprobleme, aber das kennen wir schon und wissen damit umzugehen. Und auch, dass dies die Tage über etwas besser wird.
Oruro dient uns wie schon 2019 nur als Zwischenstation. Wenn wir an den Tagen vorher erwähnt haben, dass wir nach Oruro fahren, haben die Bolivianer immer nur die Augen verdreht. Die Stadt ist schon sehr speziell.
Bei der Anfahrt zum besten Hotel der Stadt (Hotel Resort Eden 5-Sterne) sind wir durch engste Straßen gefahren und mussten sogar zwei Straßen mit Markständen passieren, die direkt an das Auto reichten. Die Passanten mussten sich zwischen die Stände drängen.



Nach einem wirklich guten Kaffee mit zwei leckeren Törtchen sind wir dann noch ins Postamt gegangen. Hier waren wir schon damals und haben erneut entschieden – wir schicken hier nichts ab.

Gleich suchen wir nach einer Möglichkeit, die hier typischen Empanadas/Pasteles zu essen und etwas Api zu trinken. Und dann geht es noch auf den weihnachtlich geschmückten Hauptplatz direkt beim Hotel.












Wenn man sich vorstellt wie die Dinosaurier vor vielen Millionen Jahren für viele Millionen Jahre auf dieser Erde gelebt hatten, dann sind wir mit unseren mickrigen Historie des homo sapiens nur ein Wimpernschlag in der Erdgeschichte und evtl genauso schnell wieder verschwunden.
Einfach nur eine tolle Reise die ihr macht. Geniesst es weiter!!! viele schöne Bilder machen.
Liebe Grüsse Christian (gerade in Kuala Lumpur)
Wir haben ja noch ein bisschen was vor uns. Ich hoffe sehr, dass es noch einige schöne Momente und Fotos gibt. Dir auch eine gute Reise.
Herzliche Grüße aus dem Süden Boliviens