Bevor ich hier von einem schönen Tag in den hohen Anden im Süden Boliviens berichte, möchte ich erst einmal von einer aufregenden und sehr anstrengenden Nacht schreiben. Wir haben die Nacht auf unserer Zweitagestour im Hotel Tayka del Desierto auf 4.600 m Höhe in der andinen Wüste verbracht (siehe auch letzter Blogeintrag).

Es war ja nicht unsere erste Nacht in diesem Bereich der hohen Anden, aber diese hat uns doch sehr gefordert. Obwohl wir gut vorbereitet waren: lange Unterwäsche, Schlaftabletten, rechtzeitige Ruhe – es hat uns voll erwischt.
In dieser menschenleeren Region wird es nachts trotz Tagestemperaturen von über 20 °C bitter kalt. Wir hatten wohl ca. -8 °C. Aber es gibt hier keinen Strom, nur Heizung über Solarthermie (reicht je nach Auslastung für 1 – 3 Nachtstunden) und kein Warmwasser, wenn der Tank aufgebraucht ist. Das ist so schon nichts für empfindsame Wesen. Aber diese Nacht kam dann noch die unglaubliche Höhe von 4.600 m dazu. Wir hatten 2019 auf 4.100 m in Potosi schon eine miese Nacht, aber dieses Mal war es fast noch schlimmer. Kleine Panikattacken und stetige Atemnot hielten uns wach. Wir zählten die Minuten, bis es endlich hell werden würde und wir aufbrechen könnten, um evtl. mal 300 m tiefer zu kommen – das ist immer schon sehr deutlich spürbar.
Möglichst schnell fuhren wir dann mit unserem Guide weiter in Richtung Süden und kamen wenigstens zweihundert Meter tiefer.

Die Entschädigung für diese heftige Nacht kam dann aber an der Laguna Colorada. In der Morgensonne konnten wir zu den Flamingos im See heruntersteigen und ein paar Fotos schießen.


Außerdem waren noch viele Lamas rund um die Lagune unterwegs und ein besonders neugieriges Tier kam auf uns zu.

Der Aufstieg zum Parkplatz zurück wurde allerdings zu einer schweren Prüfung: Kälte, Höhe und Atemnot.

Und noch ein Foto von unserem zweiten Tagesziel:

Auf unserem Weg kamen wir dann an den höchsten Punkt der Route mit 4.950 m Höhe und nur ganz wenig Sauerstoff.

Immer weiter Richtung Süden entlang der farbenfrohen Andenvulkane ging es zu den Thermal Quellen.


Von hier aus ging es dann über die oft schrecklichen Pisten wieder zurück in Richtung Uyuni. Unser Guide und Fahrer hat dies sehr sicher und sehr schnell bewältigt.

Auf dem Rückweg haben wir nicht nur einen Stopp für das Essen eingelegt, sondern auch noch zwei Lagunen besucht. Mich haben aber mehr die bunten Vulkane bzw. Vulkanreste fasziniert.



Nun sind wir gut aber sehr erschöpft in Uyuni auf „nur noch“ 3.800 m angekommen. Matthias schläft schon einige Zeit neben mir und kann hoffentlich etwas Erholung nachholen. Morgen geht es dann mit dem Auto wieder in Richtung Norden.











