La Paz

Heute haben wir einen uns unbekannten Straßenzug der Stadt und das südöstliche Umland erkundet. Ganz in Hotelnähe liegt die kleine Straße Jaén, zu der wir heute aufgebrochen sind.

Nach dem Anstieg wurden wir mit einer ruhigen, bunten Gasse belohnt.

Kleine Häuser teils über 200 Jahre alt mit für Spanien typischen Innenhöfen. In den Häusern sind teilweise kleine Museen oder Hostals untergebracht.
Wo Kinder sind, sind Taubenfutter und die Vögel nicht weit.

Zum Straßenbild in La Paz gehört überall auch die Kehrseite des bunten Lebens. Viele Menschen stehen außerhalb der Gesellschaft und müssen sich mit Tätigkeiten das Überleben sichern, die sie in die soziale Isolation führen. Ein Beispiel dafür sind die vielen Schuhputzer in den Straßen.

Am Mittag sind wir dann in den Südosten aufgebrochen, wo sich auch die Mietwagenstation befindet. Über steile, enge Straßen und viele Serpentinen haben wir uns entlang der Berghänge mit unserem Mietwagen hinunter bewegt. Alleine das ist schon ein Abenteuer für einen Europäer – San Francisco ist nahezu flach im Vergleich mit La Paz.

Dann ging es ein benachbartes Tal, 8 km weiter in Richtung Osten: das Valle de las Ánimas – das Tal der Seelen. Die Strecke dorthin war teilweise so steil, dass ich Sorge hatte, dass selbst unser großer Wagen daran scheitern könnte. Am Ende der Straße warteten bei unserer Autoparkaktion zwei einheimische Frauen (typische Scholitas), um uns mitzuteilen, dass sie für den Besuch 20 Bolivianos (ca. 2,5 €) bekommen würden. Wir sind uns sicher, dass dies nicht stimmt. Aber wir haben ihnen gerne das Geld gegeben, die Familien dort können es sicher gut gebrauchen. Außerdem haben sie versprochen, auf das Auto aufzupassen, was in dieser verlassenen Ecke des Tales wahrlich nicht notwendig war.

Danach ging es dann zur Mietwagenstation und wir haben uns von dem vorfahrtsträchtigen Fahrzeug verabschiedet. Wieder einmal hat die Abgabe problemlos geklappt. Die Mietwagenfirma hat sogar auf die Bezahlung der zu viel gefahrenen Kilometer verzichtet, da diese wesentlich auf die Blockadesituation im Land zurückzuführen waren.

Nach dem Abendessen haben wir uns noch eine Seilbahnfahrt über das beleuchtete La Paz gegönnt. Für einen sehr kleinen Preis sind wir die Línea Morada hin und zurück gefahren. Die Linie ist 4,7 km lang und überwindet auf der ersten Hälfte einen Höhenunterschied von knapp 700 m, um dann fast waagerecht über El Alto zu schweben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert