Unseren letzten Tag in Bolivien haben wir großteils schwebend verbracht und sind mit der Seilbahn über La Paz hinweggeflogen.
Insgesamt sechs der zehn Linien haben wir heute auf unserem „Rundflug“ über diese so unglaubliche, hoch in den Anden gelegene Stadt genutzt.Für ganz kleines Geld erhält man einen Einblick in fast alle Bereiche der Stadt, sogar über die Kaserne fliegt man hinweg und kann den Morgenapell für eine kurze Zeit von oben verfolgen.
Nach den beiden ersten Fahrten haben wir oben an der Kante zwischen La Paz und El Alto einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt eingelegt. Die beiden Städte gehen nahtlos ineinander über, wobei El Alto die wilde Siedlung auf der fast flachen Hochebene ist und auf 4.000 m und höher liegt. La Paz liegt dagegen an den Berghängen und im Tal und scheint an wirklich keiner stelle flach und eben zu sein.
Die Blicke von der Hochebene in die steil abfallenden Straßen sind unglaublich. Wie vom Flugzeug aus blickt man auf die Andenmetropole mit ihrer dramatischen Topografie.Vom Mirador Virgen Blanca hat man einen Panoramablick auf ca. 2/3 der Stadt, die sich im Laufe der Jahre auf alle bebaubaren Hänge des Tals ausgedehnt hat. Nun wuchert die Nachbarstadt El Alto in der flachen Hochebene weiter. Je weiter man die Hänge hinunter schaut, desto moderner, teurer und gepflegter sind die Viertel der Stadt.Das genaue Gegenteil ist El Alto. Hier ist ein kleiner Markt mit Busbahnhof und umliegenden Straßen zu sehen. Dies ist kein Parkplatz, sondern alle Busse, Micros und Trufis sind abfahrbereit – wenn sich der Knoten denn für sie löst…Die Häuser direkt an der Klippe wirken sehr absturzgefährdet. Einen entspannteren Überblick über die beiden Städte mit ihren zusammen 1.650.000 Einwohnern kann man kaum bekommen.Im Rahmen eines Kunstprojektes wurden an diesem Hang viele Häuser bunt angestrichen und wirken im roten Meer der umliegenden Häuser wohltuend heiter und gepflegt.Auch die letzten Ruhestätten werden von der Seilbahn gequert und man erhält einen Überblick über den großen Hauptfriedhof (hier nur ein ganz kleiner Teil) ….… aber auch über einen der Friedhöfe für die ärmere Bevölkerung, der am sehr steilen Berghang wild und regellos wirkt.Die vorletzte Tour ging dann entlang der wohl einzigen geradlinigen Straße der Stadt. Vorbei an großen Wohnhochhäusern und über gepflegte Gehwege ging es langsam und ruhig talabwärts.
Nach diesem Stadtbummel der besonderen Art haben wir uns dann erst einmal etwas Schlafen gelegt, da die anstehende Nacht schon um 2 Uhr endete. Um 2:30 Uhr kam der Fahrer, der uns zum Flughafen El Alto gebracht hat.
Ein leckeres Essen im traditionellen „Hexenviertel“ und ein letzter Bummel durch die bolivianischen Souvenirläden mit den vielen, vielen Cholitas bildeten den Abschluss dieses vierten Reisekapitels.
Nach zwei Wochen haben wir uns so an den Anblick der traditionell gekleideten Frauen gewöhnt, dass wir sie hier noch einmal in Form des bunten Straßenschmucks würdigen wollen.
Nun sitzen wir schon auf dem kleinen Flughafen von El Alto und warten auf unseren Flug über Lima nach Bogotá, wo das letzte Kapitel dieser Reise aufgeschlagen wird.