Flüge mit Problemen

Um die letzten Wochen einordnen zu können, muss es auch immer mal einen Tag geben, der eher auf der Liste „schnell vergessen“ aufgeführt ist. Dieser Tag war heute.

Als ich gestern geschrieben habe, dass es für uns machbar ist, auch in einem sehr einfachen Hotel zu übernachten, hatte ich nur mit Einschränkungen recht. Denn meine Nacht endete schon sehr früh vor Sonnenaufgang, weil ich einfach keine Ruhe finden konnte. Sicher lag das an vielen verschiedenen Dingen:

  • die ungeklärte Situation mit unseren Flügen heute,
  • das Chaos am „Büro“ der Fluglinie Satena,
  • die Kakerlake, die uns vor dem Schlafengehen heimgesucht hatte und wieder unter dem Bett bei ihren Freunden verschwunden war,
  • der laut quietschende Ventilator im Hotelzimmer, ohne den die Luft wie Blei gestanden hätte,
  • der Gestank von unserem Schweiß, den Ausdünstungen des Raumes, dem Brandgeruch von draußen,
  • der dicken Schicht von Mückenschutzmittel auf der Haut, was hoffentlich auch alles andere Ungeziefer verschreckt hat,
  • die nicht endende Feuchtigkeit, die sich überall breit gemacht hatte,
  • der Dauerregen, der gegen 2 Uhr einsetzte und ein Abtrocknen unmöglich gemacht hat,
  • den Plastikfolien auf den brettharten Unterlagen, die den Rücken stetig nass hielten,
  • der Hexenschuss, der mich gestern Morgen voll erwischt hat.

Kurz gesagt, es war nicht meine Nacht und ich war glücklich, dass zumindest Matthias schlafen konnte. Und ich bin mir auch bewusst, wie erbärmlich dieses Jammern für diejenigen Menschen klingen muss, die diese Bedingungen täglich haben. Aber Fakt bleibt, ich war und bin noch unausgeschlafen.

Wir haben uns nach zwei fantastischen Tassen Kaffee wieder in unser Hotelzimmer begeben und die einzigen halbtrockenen Kleidungsstücke angezogen, die wir noch zur Verfügung hatten, um bei der Klimaanlage in der Flughalle nicht krank zu werden.

Was uns sehr unruhig machte, war die Situation, dass die Satena-Mitarbeiter auf Fragen immer nur más tiempo (mehr Zeit) antworteten und es sonst absolut keine Auskunft gab. Auch als klar war, dass unser Flug nicht mehr rechtzeitig starten würde, erhielten wir keinerlei Auskunft jenseits der Bemerkungen más tiempo.

Durch die erneute Flugverspätung mussten wir erneut viel mit unseren beiden wunderbaren Reiseagenturmitarbeiterinnen chatten und klären, welche Optionen es gibt, welche Umbuchungen nötig wären und das ich AUF JEDEN FALL lieber noch alle Flugpläne umwerfen würde, als erneut ein schlaflose Nacht zu haben. Dazu bohrten trotz Schmerzmitteln immer wieder die Hexen in meinen Lendenwirbeln herum, da die Stühle überhaupt nicht ergonomisch waren.

Schlussendlich wurden Flüge erneut umgebucht, der Fahrservice in Medellín weiter rausgeschoben und alles von Valeria so arrangiert, dass wir nun im Airport des großen, außerstädtischen Flughafen in Medellín sitzen und in hoffentlich drei Stunden im Hotel in Cartagena sind.

Die Hoffnung wird aber schon wieder enttäuscht, da auch der Flug nach Cartagena mindestens eine Stunde Verspätung hat. Bei dem Chaos hier bei der Kofferabgabe und auf dem Flughafen mit dem andauernden Austausch der Fluggates wohl auch kein Wunder. Dieser Tag bleibt weiterhin herausfordernd.

Morgen ist dann ein neuer Tag – wir freuen uns sehr darauf!!!

PS:

Wir haben Cartagena erreicht einen Cocktail getrunken und sind auf dem Weg, die Mühen der letzten beiden Tage zu vergessen.

2 Gedanken zu „Flüge mit Problemen

    1. Es kommt noch viel schlimmer. Einen Tag nach unserem Flug mit Satena ist einer der 20 kleinen Maschinen abgestürzt. 15 Menschen sind dabei ums Leben gekommen.
      Es war allerdings nicht unsere Maschine und nicht unsere Route, aber wir müssen wohl dankbar sein, dass wir den Flug nur gestrichen und dann verspätet hatten.

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