Große Aufregung – aber Ende gut alles gut!

So hatten wir uns den Sonntagmorgen in Arequipa nicht vorgestellt: als wir heute gegen 9 Uhr den Mietwagen aus der Parkgarage (hier ungewöhnlicher Weise „playa“ (Strand) genannt) holen wollten, war der Autoschlüssel verschwunden. Trotz intensiver Suche von wirklich allen – den beiden Housekeeping Damen des Hotels inbegriffen – konnten wir ihn nicht finden. Matthias und ich wussten nur sicher, er ist nicht im Auto, da wir ihn beide im Hotelzimmer gesehen hatten. Wir haben dann 1,5 Stunden mit der Parkgarage, der Verleihfirma und den Hotelangestellten alles in Bewegung gesetzt, dass wir zumindest am Montag hätten weiterfahren können. ALLE eingebundenen Personen waren total und überaus hilfsbereit und mitfühlend – in dem Schlamassel fühlten wir uns perfekt unterstützt.

Als wir uns schon auf einen weiteren Tag in Arequipa, die Übersendung des Zweitschlüssels per Flugzeugpost und alle anderen Konsequenzen eingestellt hatten, förderte ein Griff in meinen Kamerarucksack plötzlich den echten Schlüssel zu Tage – wir haben beide keine Ahnung, wie, wann und wer den dort deponiert hat…. pero muchas gracias a todas personas que nos ayudaron!

Unser wundervolles Hotel „Casona Solar“ war uns heute noch einmal eine echte Hilfe – wer kann bei solch einem Hinterhof nicht herunterkommen und dann doch noch die Lösung finden? Das Personal war einfach wunderbar!!!! Es gibt übrigens noch einen zweiten Hinterhof mit Garten……

Nachdem auch der „Parkwärter“ noch mitfühlend uns ein kleines Geschenk zum Putzen des Wagens überreicht und uns mit dem wieder fahrenden Auto fotografiert hatte (schrieb ich eigentlich schon, dass Spanisch der Schlüssel zu allem ist?), ging es dann los zum Colca-Canyon. Da wir eine andere Route fahren wollten als auf der Hintour nach Arequipa, schlängelten wir uns auf einer Schotterpiste knapp 2 km an den Hängen des Vulkan Chachani in die Höhe, ohne Luftlinie wirklich von Arequipa weg zu kommen – eine sehr abenteuerliche Fahrt immer mit Blick auf die drei Hausvulkane von Arequipa. Nach 1,5 Stunden Fahrt öffnete sich dann vor uns wieder der Altiplano und auch der Blick auf unzählige Vicuña-Herden.

Die meisten Tiere waren einfach nur mit Fressen beschäftigt, damit sie uns mal beachten, mussten wir schon hupen – deshalb die lustlosen Blicke in unsere Richtung.

Nach weiteren 20 km Schotterpisten kamen wir dann zur asphaltierten Hauptroute Richtung Chivay ins Colca-Tal. Und wieder einmal schafften es die Anden uns zu begeistern…. was ein unglaubliches Gebirge!!!!

Leider kann kein Foto die Dimensionen und Eindrücke transportieren, aber der Himmel auf knapp 5000 Meter Höhe die noch einmal 1000 Meter höheren Berge und die Farben des so unterschiedlichen Vulkangesteins begeistern uns immer wieder.

Kurz vor Ende der Fahrt kamen wir dann zum höchsten Punkt des Passes. Auf 4910 m konnten wir einen Rundumblick auf insgesamt 8 Vulkane genießen, wobei einer (der schon gezeigte Volcán Sabancaya) gerade wieder ein Aschewolke ausspie. Das gibt es nur in den Anden! Allerdings auch die leichte Atemnot, die Kälte trotz Sonnenscheins und den starken Wind.

Ein letzter Rückblick vom Pass auf den Vulkankomplex des Chichani – den rauchenden Sabancaya hatten wir ja schon hier.

Dann ging es auf serpentinenreicher Strecke hinab in Richtung Colca-Tal – und erneut, ich muss mich wiederholen, konnten wir kaum fassen, was uns die Bergwelt der Anden dort präsentierte. Ein Tal, so wunderschön, als wäre es gemalt oder ausgedacht. Alle paar Haltebuchten machten wir Station und fotografierten wie wild.

Blick auf den Hauptort Chivay
Zur bloßen Naturschönheit kommen noch die terrassierten Felder hinzu.

Kurz vor Einfahrt in unseren Urlaubsort für die nächsten drei Nächte, meinten wir noch, dass wir nun sicher keinen Blick mehr auf den Aschewolke speienden Vulkan haben werden, und dann sahen wir dies:

Wir sind nun Luftlinie knapp 25 km vom Vulkan entfernt und können quasi vom Hotelzimmer das Naturspektakel beobachten.

Unser Quartier in Yanque ist so liebevoll gemacht und der Chef so zuvorkommend, dass wir uns hier sicher die nächsten Tagen wohlfühlen werden und dann von hier aus den gesamten Canyon erkunden können.

Der Ort ist wirklich sehr klein und hat aber eine stützenswerte Kirche.

Ein Gedanke zu „Große Aufregung – aber Ende gut alles gut!

  1. Ich habe das Gefühl, ich bin bei euch und immer mittendrin. Wunder-, wunderschön! Den Blick der niedlichen Tierchen, könnte man auch als neugierig interpretieren. Von wegen, was für komische Geräusche so 2 Beine von sich geben…..

    LG Bä

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