Vom Colca-Tal in Richtung des geheiligten Tals

Es war uns schon lange vor Reisebeginn klar, dass der heutige Tag ausschließlich zum „Streckemachen“ dienen würde, wobei die Fahrtroute bis zuletzt nicht klar war. Wir haben drei Straßenkarten für Peru dabei und natürlich immer auch GoogleMaps, aber alle vier zeigten verschiedene, sich widersprechende Straßenverläufe an. Da wir aber nicht einen unendlichen Umweg wieder über die Hauptstraßen nehmen wollten, haben wir uns entschlossen die Querfeldeinroute auszuprobieren, vor allem weil unser toller Hotelier aus der letzten Unterkunft MiskiWasi uns sagte, dass die ersten 45 km bis Sibayo geteert wären und auch am Ende wieder geteerte Straßen kommen würden.

Wieder sind wir früh am Morgen losgefahren und das Colca-Tal zeigte sich nochmals von einer anderen, nun schneebedeckten Seite. Wieder traumhaft malerisch mit dem aufsteigenden Nebel.

Die Sonne ist gerade durch die Wolkendecke durchgebrochen und lässt die Nebel im Tal aufsteigen und im Hintergrund die plötzlich schneebedeckten Berggipfel.

Wir haben uns dann auf ihn und Google verlassen, und sind durch grandiose Täler Richtung Norden gefahren. Danach ging es Richtung Nordosten weiter auf einer ebenso langen, aber einigermaßen guten Schotterpiste.

Da wir auf der Piste sowieso kaum über 40 km/h schnell waren, haben wir unterwegs eine große Alpakaherde etwas „belauscht“ und versucht lustige Fotos zu schießen. Mir gefallen besonders die X-Beine.

Dann plötzlich verließ uns sogar Google und schickte uns auf eine „Ackerstrecke“, wo wir nach wenigen hundert Metern aufgaben und umkehrten. Alternativ sahen wir eine geteerte Straße, die in ähnliche Richtung zu verlaufen schien. Diese gab es aber auf keiner Karte und auch Google kannte sie nicht – wir entschieden: lieber irgendwo landen, als auf der Googlestrecke den Schaukeltod sterben – vor allem weil dieses Dauergeschaukel unsere Blasen total reizte und wir andauernd am Wegesrand hätten stehen müssen.

Ein typisches Ereignis auf jeder möglichen Straße in Peru. Eine Bauernfamilie mit ihrer gemischten Herde von Lama, Alpaka, Schaf und Hund – schnell fahren ist selbst auf den glattesten Straßen nicht wirklich angesagt.

Schlussendlich hatte uns das Navi wieder auf einer Straße verortet und wir schienen genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Um nicht nur im Auto zu sitzen, haben wir unterwegs kleine Halte und einen Inkastätten-Besuch eingeschoben.

Templo de Viracocha in Raqchi – auf diesen 20 m hohen Mauern lag zur Inkazeit ein ausladendes Dach, gestützt auf weiteren Säulen, um einen Saal von 92 m Länge und 25,5 m Breite zu überdecken. Wozu dieser Saal und die umliegenden Bauten dienten, ist bis heute nicht geklärt.

Nach gut 7 Stunden reiner Fahrtzeit für 340 km waren wir in unserer Zwischenstation in Huaro angekommen. Nun sitzen wir in einem ruhigen, ländlichen Hotel als einzige Gäste und arrangieren uns mit den einfachen und überraschenden Umständen.

2 Gedanken zu „Vom Colca-Tal in Richtung des geheiligten Tals

    1. Ja, gleich nach dem Frühstück geht es los. Wir geben dort unser Auto ab und verbringen dort (mit einem Abstecher nach Aquas Calientes und Machu Picchu) unsere letzten Tage in Peru. Dann geht es ab zum Äquator…

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