Galapagos – wir bekommen noch einen weiteren Gast

Unsere erste Nacht auf dem Schiff war bestens und trotz heftigem Schaukeln und andauerndem Motorgeräusch haben wir gut ausgeschlafen. Und dann ist zu unserer Gruppe heute auch noch eine neue Freundin hinzu gestoßen, aber der Reihe nach…

Nach dem Frühstück ging es auf der Isla Florena mit einem ersten Wet-Landing an den Strand am Punta Cormorán. Dort konnten wir gleich einer wunderbaren Fütterung zusehen. Eine Galapagos-Seelöwin säugte ganz entspannt ihr Junges. Wir haben als kleine Gruppe sehr lange dieser wundervollen Szenerie zugeschaut und die schmatzenden Geräusche still verfolgt.

Die beiden haben sich wirklich gar nicht aus der Ruhe bringen lassen und das Junge hat Zitze für Zitze abgeklappert. Ab und zu schaute es mal, ob wir auch noch weit genug entfernt bleiben.

Gleichzeitig vollzogen die roten Klippenkrabben bei jeder Welle ein kleines Tänzchen und brachten unsere Fotografenaugen zum Leuchten. So viel bunte Farbenpracht bei einem Tier, was ein wunderbares Spektakel.

Der englische Name Sally lightfood crab klingt irgendwie noch passender.

Und auch die Vogelwelt hat viele, viele Fotomotive geliefert. Besonders die posing-freundlichen Blaufußtölpel haben uns bestens unterhalten. Immer wieder gab es neue „Klick-Höhepunkte“.

Das Männchen versucht das Weibchen durch besondere „Verrenkungen“ zu überzeugen.
Dauernd flogen die Vögel vom Strand über das Wasser, um erneut Fische zu fangen.
Spektakuläre Sturzflüge mit höchster Geschwindigkeit und schneller Aufstieg aus dem Wasser wechselten sich permanent ab.

Während des ganzen Treibens zogen immer auch noch Pelikane über den Strandbereich hinweg und holten den ein oder anderen Fisch aus dem Pazifik. Und ab und zu tauchte mal kurz der Kopf einer großen Wasserschildkröte auf.

Pelikan über kristallklarem Wasser

Danach ging aufs Boot zurück und das erste Mal in die figurbetonenden Neoprenanzüge zum Schnorcheln. Matthias und ich hatten im Gegensatz zu den Aussies und Kanadiern kaum Übung und waren doch in großer Vorfreude. Leider gibt es von dem Geschehen mangels eigener Unterwasserkamera keine Bilder, aber wir werden das Folgende sicher nie mehr vergessen.

Unser erster „Tauchgang“ wird wohl auch für immer der beeindruckendste bleiben. Zu Beginn waren unter uns und manchmal auch direkt bei uns, mindestens 12 verschiedene Exemplare dieser großen, stilvoll dahingleitenden Wasserschildkröten – diese Eleganz und Ruhe direkt mit uns im Wasser – unbeschreiblich. Natürlich gab es auch noch viele kleine und große bunte Fische am Riff zu bestaunen und vor meiner Taucherbrille zischten auf einmal zwei pfeilschnelle Galapagos-Pinguine vorbei. Aber den Höhepunkt erlebten wir dann doch mit unserem neuen Gast.

Eine der Seelöwinnen von unserem Landausflug stieß im Wasser zu uns und spielte tatsächlich mit uns. Immer wieder schwamm sie um uns herum, machte unter unseren Körpern Salti im Wasser und schoss mit großer Geschwindigkeit direkt auf uns zu. Manchmal hatten wir alle das Gefühl, als könnte man ihre Freude direkt im Gesicht ablesen. Dass wir so etwas Wunderbares mal erleben durften, wird unvergesslich bleiben. Allein für diese langen Minuten hat sich die Galapagosreise schon gelohnt.

Unsere taucherfahrenen Aussies sagten alle, dass sie in allen Revieren der Welt, so etwas noch nie erlebt hätten …

Der zweite Schnorchelgang am Nachmittag führte uns dann zu einem kleinen Steinriff nahe der Post Office Bay mit vielen bunten Fischschwärmen und wieder vielen (angeblich sehr alten) Schildkröten. Wir hatten am Ende des Schnorchelns dann noch viele Minuten gemeinsam neben einer dieser tollen Schildkröten, während diese ganz entspannt am Grund Algen abgraste. Danach ging es von der Isla Floreana wieder auf das Schiff zurück.

2 Gedanken zu „Galapagos – wir bekommen noch einen weiteren Gast

  1. Der Vogel im Sturzflug ist das absolut beeindruckendste unter Deinen beeindruckenden Bildern.
    Und dass Ihr neben Fotografieren immer noch Zeit zum Bearbeiten und Einstellen habt und dann noch lesenswerte Berichte verfasst, lindert unseren Neid der Zuhausegebliebenen zumindest ein klotze-petit! 😉

    1. Na, Neid wollen wir keinen erzeugen, aber ein bisschen Werbung für diesen wundervollen und liebenswerten Kontinent machen. Auch wenn nicht immer alles so läuft wie „im Westen“ und selbst wenn wir manchmal an Einigem zweifeln, Land, Natur, die Anden und die Menschen sind eine Reise und ein Treffen wert.
      Das Blogen ist immer der Abschluss eines jeden Tages und bringt noch einmal Struktur in das ganze Erlebte. Nach 6 Wochen Reise mit so dichter Abfolge von unterschiedlichen Erlebnissen ist dies absolut hilfreich. Dafür lesen wir vor Ort aber auch keine Bücher und schon gar nicht Internetseiten aus Deutschland und stecken alle Energie in das Hier und Jetzt!
      Wir hoffen sehr, dass es euch ähnlich gut geht wie uns und da wir die Hälfte der Reise schon hinter uns haben, freuen wir uns auch schon auf ein Wiedersehen.
      Liebe Grüße in die Kantstraße such von Matthias

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